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die Träume mancher Jungautoren zu verwirklichen. Sie haben mit "echten" Verlagen nichts zu tun.


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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 154 mal aufgerufen
 OFFTOPIC
Klaus-Dieter Welker Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 1.976

29.05.2014 10:44
Staub Zitat · antworten

Staub

Die Welt ist voller Abenteuer, voller Wege, die gefunden, die wieder oder erstmals beschritten werden wollen. Und es bedarf einigen Mutes und eines soliden Selbstvertrauens, vertraute Pfade zu verlassen und in unbekannte Weiten zu ziehen.
Es gibt sie noch immer, diese Abenteurer – Jungen und Mädchen, Männer und Frauen. Wohl ist die Welt schon zu weiten Teilen erkundet; wohl gibt es kaum noch „weiße Flecken“ auf der Landkarte. Aber wer wollte behaupten, dass schon alles entdeckt, alles erforscht, alles verstanden ist? Es gibt noch viele Geheimnisse, die erforscht werden sollten. Hier auf der Erde – und außerhalb unseres blauen Planeten. Denn die Welt endet nicht dort draußen irgendwo in der Stratosphäre. Schaut man von weit außerhalb unseres Planeten zurück, so erscheint unsere „Welt“ nur als kleiner Punkt in einer unendlichen Weite. Unbedeutend, klein – und doch so unendlich wertvoll.
Es gibt nichts, was „Unbedeutend“ wäre, sei es noch so klein und unscheinbar. Wir schauen oft darüber hinweg, achten es gering oder überhaupt nicht. Es fällt nicht ins Auge, dieses „Staubkorn“. Dabei ist dieses Korn eine komplette Welt, ein eigenes Universum.
Wie oft stehen wir da, fassungslos über all das Unglück, den Schmerz, das Unrecht, was auf unserem Planeten geschieht und zürnen einem Gott, der es nicht zu sehen scheint und es geschehen lässt. Und schreiten achtlos über all die kleinen Universen, die sich unter unseren Schritten krümmen und verbiegen. Wir sind blind, taub und gefühllos gegen ihr Schicksal. Wir sind wie die Herren der Welt – und sollten wir sie zugrunde richten, so merken wir es erst, wenn es zu spät ist.

So mag es auch dem Schöpfer der Welt ergehen. Vielleicht sind wir für ihn auch nur ein Staubkorn. Vielleicht hat er uns aus den Augen verloren. Oder aber er hält uns für klug genug zu erkennen, dass es nichts „Unbedeutendes“ gibt. Nun ja, dann hätte er uns überschätzt, wie mir scheinen mag.

Wir müssen den Blick nach unten richten. Nicht, weil wir von Demut niedergedrückt werden; nicht, weil wir „unwürdig“ sind, unsere Augen nach oben zu richten. Sondern weil wir erfassen müssen, dass die Erde, auf der wir leben, die uns hält und nährt, das Wertvollste ist, was wir besitzen.
Aber wir rasen über sie hin. Wir sehen nicht die Wunder, die sich unter unseren Füßen ereignen. Der Mensch nahm die Aufforderung, sich die Erde „untertan“ zu machen, zu wörtlich. Wir benehmen uns wie absolutistische Herrscher. Die Gesetze der Natur gelten nicht für uns. Wir machen unsere eigenen. Wir beherrschen und vergewaltigen die Natur im Namen des Fortschritts und der „Menschlichkeit“.
Wer weiß: vielleicht klagt auch unsere Erde dem Schöpfer ihr Leid, ruft nach seiner Hilfe und fühlt sich verlassen, weil kein gütiger Gott zu ihrer Hilfe herbei eilt.
Wir verstehen nicht, was wir nicht sehen. Das müssen wir ändern. Bisher denken wir nur in großen Dimensionen. Was kleiner ist als ein Stein, über den wir stolpern könnten, entzieht sich unserem Denken. Natürlich – es gibt all die Forscher und Naturwissenschaftler, die sich mit diesen Mikrowelten beschäftigen. Aber wir ignorieren sie. Das Staubkorn: es wird uns nur ins Auge fallen, wenn es sich in diesem niedergelassen hat und uns peinigt. Oder unser Auge als dicke Schicht auf unseren gepflegten Möbeln oder Autos ärgert.
Wem ist es bewusst, dass unter jedem Fuß von uns, der den Boden berührt, mehr Lebewesen existieren, als Menschen auf dieser Welt leben? Dass selbst das kleinste Staubkorn von Leben bevölkert ist? Und dass wir ohne dieses Leben nicht existieren könnten?
Wir wandern auf unserem Weg durch die Welt durch Myriaden von Universen. Sie sind uns egal – wir sehen sie nicht, wir hören sie nicht.
Es wird uns „normalen“ Menschen nicht gelingen, sie alle zu erforschen. Aber sie dürfen uns nicht gleichgültig sein. Wir müssen sie verstehen, um unser Leben zu erhalten. Wir sind für diese Universen verantwortlich. Wir sind ihr Glück oder ihr Verderben. Für sie sind wir „Gott“.
Nun können wir uns nicht alle vor Elektronen-Mikroskope hocken. Das ist auch nicht notwendig. Wir sollen und müssen weiter wandern. Aber mit offenen Augen und mit wachsamen Sinnen. Wir sollten überdenken, welch Wunder nötig sind, um einen Grashalm wachsen zu lassen, eine Ameise zu erschaffen und am Leben zu erhalten. Wir müssen begreifen, wie wichtig jeder Baum, jedes Blatt, jedes Lebewesen für uns ist. Wir müssen lernen, zu sehen.
In diesem Moment betrachten drei Männer die Erde aus 400 Kilometern Höhe. Sie ist aus ihrem Blickwinkel noch kein Staubkorn. Aber der Anblick dürfte für sie unvergesslich werden.
James Irwin, der 1971 als achter Mensch auf dem Mond landete, beschrieb den Anblick so:
"Die Erde erinnert und an eine in der Schwärze des Weltraums aufgehängte Christbaumkugel.
Mit größerer Entfernung wurde sie immer kleiner. Schließlich schrumpfte sie auf die Größe
einer Murmel zusammen - der schönsten Murmel, die du dir vorstellen kannst. Dieses schöne,
warme, lebende Objekt sah so zerbrechlich, so zart aus, als ob es zerkrümeln würde, wenn
man es mit dem Finger anstieße. Ein solcher Anblick muss einen Menschen einfach
verändern, muss bewirken, dass er die göttliche Schöpfung und die Liebe Gottes dankbar
anerkennt."
Die Erde als Murmel. Sollte eines Tages eine Raumsonde zum Mars fliegen, so wird die Erde nur mit Mühe als Staubkorn in der Weite des Alls zu erkennen sein. Für die Menschen an Bord wird dieses „Staubkorn“ alles bedeuten. Hoffnung, Heimat, Leben. Sie haben dieses Korn von nahem gesehen, das Leben, das auf ihm existiert, lieben gelernt. Sie kennen seine Bedeutung für ihr eigenes Wohl und Überleben.
Es gibt wohl keinen Astronauten, den der Anblick unseres „blauen Planeten“ nicht in seinen Bann gezogen und sein „Denken“ über diese einzigartige Welt verändert hätte. Und doch ist unsere Erde nur ein Körnchen in der Weite des Universums.
Achten wir das „Staubkorn“, so achten wir das Leben. Betrachten wir das scheinbar Kleine, so sehen wir das Große. Erforschen und behüten wir den Staub, so erforschen und behüten wir eine einzigartige Welt.
Richten wir den Blick nach unten, so schauen wir in die Weite des Weltalls.

Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.749

29.05.2014 11:17
#2 RE: Staub Zitat · antworten

Wunderbar!

-------------------------------
Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

Jürgen Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 1.892

29.05.2014 11:34
#3 RE: Staub Zitat · antworten

Ganz große Klasse.
Tolle und vollkommen richtige Gedanken sind deinem Hirn entsprungen.

*******************************
Nach Ebbe folgt immer eine Flut

Anita K-M Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 1.724

29.05.2014 20:27
#4 RE: Staub Zitat · antworten

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