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Faszination Wasser
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Petrus' Bücherladen

Leider habe ich keinen Einfluss auf die am rechten Bildrand eingeblendete Google-Werbung.
Ich weise aber aus gegebenem Anlass darauf hin, dass jeder Interessent sich vorab im Netz über
Druckkosten-Zuschuss-Verlage (DKZV) informieren sollte, die lediglich darauf abzielen, für viel Geld
die Träume mancher Jungautoren zu verwirklichen. Sie haben mit "echten" Verlagen nichts zu tun.


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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 150 mal aufgerufen
 Allgemeines
Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.835

28.05.2010 14:35
Produktrückruf Zitat · antworten

Produktrückruf
VON HENDRIK WERNER (Quelle: Weser Kurier vom 28.05.2010)
Was Rückrufaktionen angeht, sind wir Kummer gewohnt. In jüngerer Zeit häufen sich vorgeblich um unser Wohl besorgte Interventionen von Unternehmen, die fehlerhafte oder/und gefährliche Erzeugnisse von jenem Markt nehmen wollen, auf den sie ihren unausgegorenen Krempel zuvor übereilt geworfen haben: riskante Gaspedale, verschluck-trächtige Spielzeugkleinstteile oder mit Glasplittern angereicherte Lebensmittel. Dass in dieser Woche auch die eigentlich über profanen Konsumismus erhabene Literatur zum Objekt eines Produktrückrufs geworden ist, stimmt uns vom Feuilleton naturgemäß nachdenklich.
Und das kommt so: Der Hamburger Verlag Hoffmann und Campe bewirbt in seiner gerade ausgelieferten Herbstvorschau unter anderem den Kriminalroman „Rothard" von Tanja Griesel. So weit, so unbedenklich. Auf, dem im Katalog abgebildeten Cover des Buches indes findet sich eine ablösbare Rezeptkarte, die der fachmännischen Zubereitung von „Wildkaninchen mit Kapern" zuarbeiten soll. Auch das wäre nicht weiter anstößig, würden nicht „drei Blätter Fingerhut" als Zutat genannt werden.
Den die besagte Rezeptkarte rückrufenden Verlag scheinen plötzlich Zweifel an Ironiefähigkeit und Subtextverständnis der geneigten Leserschaft gekommen zu sein: „Bei dieser Rezeptkarte", heißt es in einem alarmistischen Schreiben, das an Buchhändler und Literaturrezensenten ging, „handelt es sich ausschließlich um ein Werbemittel als Anspielung auf die Kochleidenschaft und Mordbereitschaft Maxie Kaisers, Hauptfigur dieses Krimis. Das Rezept selbst ist erfunden, insbesondere die Zutat des Fingerhuts!" Die Warnung schließt mit der dringlichen Bitte, das rosa Kärtchen mit dem vergifteten Rezept nicht in falsche Hände geraten zu lassen — und mit dem Aufruf, alle Karten - „natürlich zu unseren Kosten" — an den Verlag zurückzusenden.
Hoffmann und Campe hat zu Recht, wenn auch reichlich spät, Angst vor der eigenen Courage bekommen. Die Rückruf-Farce, die gleichwohl Züge einer Tragödie birgt, sollte nicht nur diesen Verlag lehren, seine literarischen Produkte, Thriller zumal, weniger reißerisch zu bewerben. Der deutsche Krimimarkt ist groß — und entsprechend hart umkämpft. Unterschiede zwischen Fakt und Fiktion sollten die Verlage dennoch zweifelsfrei konturieren. Es sei denn, sie wollten das Buchmarktklima vergiften oder, schlimmer noch, ihre Leser.

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Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

Dori Offline

Fortgeschrittener User

Beiträge: 46

28.05.2010 19:52
#2 RE: Produkrückruf Zitat · antworten

Diese Werbeidee bringt jetzt vielleicht dem Werbefachmann des Verlages ein paar sehr lange, schlaflose Nächte ein.

Dori

Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.835

30.05.2010 13:19
#3 RE: Produktrückruf Zitat · antworten

Man fragt sich, ob es in dem Verlag denn wirklich keinen gibt, der noch über ein Mindestmaß an gesundem Menschenverstand verfügt.
Nickt das denn keiner ab, oder ist die ganze Geschäftsleitung plötzlich Gaga geworden?

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Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

gefion ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2010 07:29
#4 RE: Produktrückruf Zitat · antworten

Absurdistan!!!

Ich spreche mich mal generell gegen die grelle Werbebranche aus! Mit diesen Superlativen kann ich nix anfangen, und wenn sie lebensgefährlich werden, ist es desaströs!

LG
Gefion

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