#1 Wikingerfluch - von Claus Beese von Claus Beese 16.05.2015 17:17

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Wikingerfluch
© 2015 Claus Beese

Was waren das für tolle Zeiten,
als sein Schiff und er
die Meere durcheilten.

Von West nach Ost so reisten sie,
von Nord nach Süd,
vier waren sie.

Das Boot, der Moses, der Steuermann,
doch nur der Käpten
hatte Hosen an.

Der Rest war sächlich, einiges weiblich,
und ein klitzekleiner Teil
auch leiblich.

Familiencrew man dazu auch sagt,
manch Kapitän dem Rum
sein Unglück klagt.

Da gab es das Gefühl, was zu versäumen,
von fremden Ländern konnte er
leider nur träumen.

Kein Südsee-Abenteuer, keinen Sturm
durfte er an Bord erleben,
der arme Wurm.

Nur die Flüsse rauf und runter,
doch bei Ostseewasser
wurd er munter.

Da erwachte in ihm sein Urgroßahn,
und der Kapitän verfiel dem
Wikingerwahn.

Die schönste Zeit, so gibt er zu,
erlebte er im Museum
in Haithabu.

Da kannte der Käpten sich prima aus,
fast schien es ihm,
als sei er Zuhaus.

Er schrieb um zu brechen den Wikingerfluch,
„Bei Thor und Odin“ heißt
sein Buch.

Nun sitzt der Käpten jeden Tag zuhaus,
und schaut ganz betrübt
aufs Meer hinaus.

Wo ist sein Segler, sein Boot, sein Kahn,
mit dem er wieder zur See
fahren kann?

In Träumen stellt er sich oft diese Fragen,
lässt von den Wogen sich schaukeln,
vom Atem des Meeres tragen.

Er sehnt sich so sehr, das wäre sein Glück,
auf eigenen Planken aufs
Meer zurück.

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