#1 Still und leis - von Claus Beese von Claus Beese 05.02.2018 12:50

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Still und leis

Irgendwo oben, im Himmelsgrau,
keiner weiß sicher, wo genau,
begann auf einmal und ganz leise
der Flocken lange Reise.

Aus der Wolken Wattebäusche
schwebten sacht, ohne Geräusche,
kleine weiße Sterne nieder,
auf erstaunter Vögel Gefieder.

Lang war ihr Flug, sacht das Schweben,
nur einmal konnten sie‘s erleben,
wie eine Feder im Wind zu treiben,
lang konnte das so nicht bleiben.

Unten, und mit offenem Mund,
taten viele Kinder kund,
wieviel Spaß man kann erlangen,
beim Flocken mit der Zunge fangen.

Ich lauschte nur dem Flockenflug,
der flirrend aus der Wolken Zug
scheinbar leise und ganz sachte
sich auf den Weg zur Erde machte.

Dann hörte ich sie jubeln und plappern,
sie mit ihren eisigen Kristallen klappern,
sie erzählten mir, dem staunenden Wicht,
was sie erlebten, Geschicht um Geschicht.

Seit diesem Tag hör ich genauer hin,
wenn ich in einem Schneeschauer bin.
Und seither fielen niemals wieder
Flöckchen still und leis hernieder.

© 2018 Claus Beese

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