#1 Fröhliche Weihnachten - Die Weihnachtsseite im Adventskalender von Claus Beese 13.10.2019 10:22

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Taschenbuch, 200 Seiten, € 12,99
ISBN: 978-3946751755
Das Buch ist im Handel, beim Verlag, beim Autor
und auch als E-Book erhältlich.


Fröhliche Weihnachten - über das Buch

Weihnachten, ein Fest der Liebe und der Genüsse. Denken wir an dieses Fest, haben wir alle Gerüche von früher in der Nase, und auch der Geschmackssinn gaukelt uns die Leckereien von früher vor. Was aber noch alles zu Weihnachten gehört, erzählt uns der Autor in 30
Geschichten und 17 Gedichten. Er entführt uns darin in einige Regionen der Welt, die man nur vom Hören-Sagen kennt. Wussten Sie, dass hierzulande Weihnachten bereits im September beginnt? Oder wie Schiffe den Heiligen Abend begehen? Bekommen sie auch Geschenke, vielleicht ein neues Segel oder eine neue Schraube für den Motor? Wie feiert man Weihnachten in einem Bahnhof oder gar unter Palmen, und was trug sich zum Heiligen Fest in dem kleinen Hafenstädtchen Vegesack zu? Was hat ein Kasperletheater damit zu tun, und was will die kleine Nixe vom Weihnachtsmann? Seit wann können Leuchttürme fliegen, und warum ist ein Weihnachtsmorgen an der Ostsee besonders schön? Fragen, die der Autor dem Leser ausführlich beantwortet. Freuen Sie sich auf eine schöne Vorweihnachtszeit mit diesen wunderbaren Geschichten.

Der Autor wünscht gute Unterhaltung, eine schöne Adventszeit und ein Frohes Weihnachtsfest.



Es ist soweit - aus dem Buch

Ganz hoch im Norden tut sich was,
das macht den Kindern richtig Spaß.
Der Weihnachtsmann ist unterwegs,
bringt Gaben und so manchen Keks.

Bei den Kids, die artig waren,
will mit Geschenken er nicht sparen.
Drum ist es allerhöchste Zeit,
Kinder, seid artig, weit und breit!




Der Mann, der keine Mühen scheut,
ihm ist zu euch kein Weg zu weit.
Vom Polarkreis in die weite Welt,
reist er, weil es ihm gefällt.

Gaben bringen, Liebe schenken,
durch den Schnee das Rentier lenken.
Er hat sich auf den Weg gemacht,
um bei euch zu sein, zur Heiligen Nacht.
© 2016 Claus Beese




Die Nixe und der Weihnachtsmann - aus dem Buch
© 2012 Claus Beese

Die kleine Meerjungfrau blickte sich ängstlich um. Sie hatte sich verschwommen. Wohin sie auch schaute, alles kam ihr fremd vor. Nicht einen der Fische, die ihr begegneten, kannte sie. Das Wasser wurde dunkler, und wie sie zitternd feststellte, auch immer kälter. Der Gesang der Wale war lange nicht mehr so laut, wie dort, wo sie herkam. Sogar das Meeresleuchten war erloschen. Sie war froh, als sie ein paar Robben erblickte, die neugierig zu ihr hinab tauchten. Sie hielt an, um sie zu begrüßen.
„Hallo! Ich bin Nixie, und wer seid ihr?“, fragte sie freundlich. Die Robben waren nicht sehr gesprächig, machten kehrt und schwammen eilig davon.
„Ooooh!“, machte Nixie und senkte traurig den Blick auf den Meeresgrund. Wenn sie doch nur eine Ahnung hätte, wo sie sich befand. In diesem Teil des Meeres war sie noch nie gewesen. Die kleine Sirene kam sich einsam und verlassen vor. Ob sie jemals wieder nach Hause finden würde? Vielleicht konnte sie etwas erkennen, wenn sie auftauchte. Mit kräftigen Schlägen ihrer Schwanzflosse strebte sie nach oben. Gleich würde sie den Himmel sehen, dachte sie, gleich müsste es hell werden.
„Autsch!“, entfuhr es ihr, als sie mit dem Kopf gegen etwas Hartes stieß. Irgendetwas war über ihr, sie konnte es nicht sehen, aber es fühlte sich glatt und furchtbar kalt an. Was es auch war, es wollte sie nicht vorbeilassen. Nixie schwamm eine Weile hin und her, doch wo sie auch aufzutauchen versuchte, überall war dieses kalte Zeug.
„Eis!“, dachte sie. „Das muss Eis sein.“
Sie kannte es nur aus den Erzählungen der älteren Meeresbewohner, die lange Reisen gemacht und die Welt erkundet hatten. Zu gerne wäre sie an die Wasseroberfläche geschwommen, um zu sehen, wo sie war. Vielleicht hätte sie irgendwas gefunden, das ihr den Weg nach Hause hätte deuten können. Ein Schatten schimmerte durch das gefrorene Wasser. Dort oben war etwas. Sie sah einen langen Gegenstand auf dem Eis stehen, und davor bewegten sich Lebewesen. Ein leises Klopfen drang an ihre Ohren, so, als trappelten viele Füße auf der kalten Oberfläche. Ganz dicht schwamm sie an das kalte Zeugs heran, um besser hindurchsehen zu können. Doch da war plötzlich kein Eis mehr. Inmitten der weiten, milchigen Schicht war ein Loch, das ihr nicht aufgefallen war, und durch das sie jetzt plötzlich den Kopf aus dem Wasser streckte.
„Uh, puhu!“, prustete sie erschreckt. Direkt vor ihr stand ein Mensch, oder zumindest etwas Ähnliches. Die Gestalt hatte einen langen roten Mantel an, dessen Kragen und Ärmel weißen Fellbesatz trugen. Er musste herrlich warm sein, dachte Nixie und merkte, wie sehr sie fror. Mit großen Augen staunte sie den bärtigen Menschen an und überlegte, ob es nicht besser sei, wieder unterzutauchen.
„Hoppla! Was haben wir denn da? Sonst tauchen hier nur Walrosse und Robben auf. Guten Tag, Nixie!“, sagte der Mensch mit freundlicher Stimme. Die kleine Meerjungfrau war überrascht. Der Mensch kannte sie. Woher nur? Sie hatte ihn noch nie gesehen. Jetzt lachte er so sehr, dass sein Bauch zu hüpfen begann und der weiße Bart ins Wackeln kam.



„Ich kenne alle Lebewesen auf der Erde!“, behauptete er. „Schließlich bin ich der Weihnachtsmann! Da muss ich das alles wissen!“ Er schaute auf Nixies Kopf herab, auf dem ihre nassen Haare langsam zu Eis gefroren. Nixie bekam Ähnlichkeit mit einem Igel.
„Dir ist kalt, nicht?“ stellte der Weihnachtsmann fest und streckte ihr seine Hand hin. „Komm, ich helfe dir aus dem kalten Wasser heraus.“ Er hob das kleine Meeresfräulein zu sich auf die Eisfläche, und jetzt erst bemerkte es den Schlitten mit den neun Rentieren, der hinter dem Weihnachtsmann stand. Das war der lange Gegenstand gewesen, den sie von unten gesehen hatte. Das Klopfen kam von den Hufen der Rene, die ungeduldig auf dem Eis herum tänzelten.
„Wir haben eine kleine Pause eingelegt, denn gleich geht es auf die lange Reise nach Übersee. Und wir sind ja nicht mehr die Jüngsten“, meinte der Alte mit einem vergnügten Augenzwinkern. „Darf ich vorstellen? Das sind Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donder und Blitz. Der mit der leuchtenden Nase ist Rudolph.“ Die Rene wandten ihre Köpfe und blinzelten Nixie zu, während Rudolf seine Nase blinken ließ.
„Eiheine nenette Bbbbegrüßung!“, bibberte Nixie und hob zum Gruß ihre zitternde Hand. „Iiiich hahabe mmmmich vvvverschwommen“, erklärte sie dann dem Mann im roten Mantel. Der griff in den Schlitten und nahm eine warme Decke heraus, in die er das Nixchen wickelte.
„Momomollig!“, freute die kleine Meerjungfrau sich, während ihr langsam wärmer wurde.
„Weißt du was? Ich glaube, ich kann dir helfen“, sagte der Weihnachtsmann. „Ich denke, ich nehme dich einfach ein Stück mit. Ich fliege sowieso in eine wärmere Gegend, und da komme ich auch bei dir zuhause vorbei.“ Er hob das Meermädchen auf und setzte es in seinen Schlitten. Ächzend kletterte er dann selber hinein und rief seinen Rentieren zu: „Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donder, Blitz und Rudolph! Auf geht es. Voran! Bringt uns zu den Kindern!“
Der Schlitten ruckte an, als sich die Rentiere in ihr Zaumzeug legten. Er wurde schneller und schneller, jagte wie der Blitz über das Eis am Nordpol und hob schließlich ab. Wie ein Flugzeug schwebten sie hoch über der Erde am Himmel, und die Sterne leuchteten ihnen den Weg. Schon bald wurde es Nixie wärmer, und sie wickelte sich aus der Decke. Sie sah, wie der Schlitten sanft tiefer ging und schließlich zur Landung ansetzte. Die Rentiere hatten die Insel gefunden, an der Nixie im Meer zuhause war. Lachend trug sie der Weihnachtsmann zum Wasser und setzte das Meerfräulein sanft in die Fluten.
„Warte!“, sagte er. „Du sollst auch ein Geschenk zu Weihnachten haben.“ Er öffnete den großen Sack auf dem Rücksitz des Schlittens und kramte eine Weile darin herum. Dann hatte er gefunden, wonach er gesucht hatte.
„Da ist es ja. Hier ist dein Weihnachtsgeschenk, kleine Meerjungfrau!“, brummte er zufrieden. Er überreichte Nixie einen Kamm aus glänzendem Perlmutt und lachte. „Damit dir nie wieder die Haare so zu Berge stehen, wie am Nordpol!“ Laut lachend kletterte er wieder in seinen Schlitten und bevor Nixie sich bedanken konnte, stoben die Rentiere davon.
„Fröhliche Weihnachten, kleine Meerjungfrau!“, hörte sie den alten Mann rufen und sah ihn aus dem Schlitten winken. Nixie schaute ihnen eine Weile nach, bis sie am Horizont verschwanden. Dann sah sie stolz auf ihren wunderschönen Kamm. „Das glaubt mir keiner, wenn ich es den Wassermännern und –frauen erzähle!“, meinte sie und tauchte unter, um nach Hause zu schwimmen.



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