#1 Fischbestände durch Klimawandel betroffen von Claus Beese 16.10.2011 11:18

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Einer Studie der Bristol University zufolge gehen Wissenschaftler davon aus, dass es bald weniger Kabeljau im Nordostatlantik geben wird. Die in einem Fachjournal veröffentlichte Studie geht weiter davon aus, dass sich die Zahl der wärmeliebenden Fischarten dort deutlich erhöhen wird, was den in seinem Bestand gefährdeten Kabeljau durchaus zugute käme. Wenn sich die Verbraucher an exotischere Arten wie Rotbarbe oder Petersfisch gewöhnen könnten, bestünde die Chance, dass sich andere, zurzeit überfischte Arten in ihrem Bestand wieder erholen könnten.
Deutlich sichtbar ist bereits jetzt der Einbruch an Fangmengen von Kabeljau und Schellfisch, deren Bestände sich immer weiter nach Norden verlagern. An ihre Stelle treten vermehrt Fänge von wärmeliebenden Arte, wie Seehecht und Kliesche, einer Schollenart. In den letzten 30 Jahren ist die Temperatur der Nordsee beispielsweise um 1,31 Grad gestiegen, was die Reifungsrate von Eiern, sowie das Wachstum von Larven und ihre Überlebenschancen eindeutig negativ beeinflusst. Die Wissenschaftler rechnen mit einer steigenden Zuwanderung von Fischarten aus südlicheren Gegenden, was allerdings dort auch zu großen Problemen führen kann. Eindeutig belegbar ist eine Verschlechterung der Produktivität beispielsweise im Mittelmeer, wo die Gefahr besteht, dass eine Garnelenart dort künftig überhaupt nicht mehr gefangen werden könnte und auch als Futter nicht mehr zur Verfügung stehe. Die drastisch ansteigenden Wassertemperaturen verhindern einen Nährstofftransport in tiefere Schichten. Man hofft, dass sich die negative Entwicklung der Produktivität südlicher Meere durch ein Ansteigen in den nördlicheren Regionen ausgleichen lässt.

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