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Leider habe ich keinen Einfluss auf die am rechten Bildrand eingeblendete Google-Werbung.
Ich weise aber aus gegebenem Anlass darauf hin, dass jeder Interessent sich vorab im Netz über
Druckkosten-Zuschuss-Verlage (DKZV) informieren sollte, die lediglich darauf abzielen, für viel Geld
die Träume mancher Jungautoren zu verwirklichen. Sie haben mit "echten" Verlagen nichts zu tun.


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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 271 mal aufgerufen
 Literatur allgemein (Belletristik, usw.)
Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.843

31.08.2009 12:46
Anthologien - was ist das? Zitat · antworten

Anthologien

sind quasi Sammelwerke. Sie enthalten Kurzgeschichten mehrerer Autoren zu einem vorgegebenen Thema. Sie werden meistens von Kleinverlagen herausgegeben, die sich so einen finanziellen Grundstock schaffen. Erste Werke junger Verlage, die ihnen überhaupt erst die Möglichkeit geben, am Bücher-Markt teilzunehmen.

Die Verlage schreiben auf einschlägigen Internetseiten Ihre Wettbewerbe zu den gewünschten Themen aus, und lassen sich die Manuskripte zusenden. Der Verlag oder eine Jury wählt in der Regel die besten Werke aus, sodass oftmals eine recht hohe Qualität der Geschichten erreicht wird. In der Regel erfolgt sogar noch ein Lektorat, in dem an den Geschichten gefeilt und gearbeitet wird. Allerdings werden selten Tantiemen gezahlt, die Autoren erhalten meistens nur Beleg-Exemplare in unterschiedlicher Anzahl.

Für viele junge Autoren ist es eine durchaus legitime Art und Weise, sich auszuprobieren.
Wo stehe ich mit meinem Können? Schreibe ich interessant genug?
Fragen, die jeden Autoren bewegen, und die man allein anhand der Veröffentlichungen in Anthologien schon zu einem guten Teil beantworten kann. Kein Verlag wird ein schlechtes KG-Manuskript annehmen. Jede Veröffentlichung darf also als ein kleiner Stein im Fundament der Erfolgsleiter angesehen werden, die ein jeder Autor gerne besteigen möchte.

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Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

Katrin ( gelöscht )
Beiträge:

31.08.2009 14:20
#2 RE: Anthologien - was ist das? Zitat · antworten

Erfolgreiche Autoren rümpfen manchmal die Nase, wenn es um Anthologien geht. Sie sehen, die darin stehende KG, nicht als vollwertige Veröffentlichung an. Aber auch eine kurze Geschichte hat den Anspruch gut geschrieben sein zu wollen, weil sie sonst keiner lesen möchte. Der Leser kann sehr wohl unterscheiden, ob eine Geschichte gut oder schlecht geschrieben ist.

In einer Antho sehe ich eher Vorteile. Sie ist für Leser geeignet, die wenig Zeit haben. Eine kurze Geschichte ist schnell zu lesen, ob nun im Wartezimmer, Bahn oder kurz vor dem Einschlafen. Für den Autor ist es eine gute Möglichkeit sich und seinen Stil vorzustellen.

Die Antho "Gefühlte Welt" war sowieso etwas Besonderes. Ich hatte schon an vielen Ausschreibungen teilgenommen. Oft habe ich nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten. Bei einigen Wettbewerben von Veranstaltern, die regelmäßig Ausschreibungen und Wettbewerbe starten, die ich über einen längeren Zeitraum verfolgte, machten mich die Plazierungen stutzig. Nie neue Namen und die Jury immer in der selben Besetzung.

Dann startete der Verlag Booksun einen Wettbewerb, der interessant klang. Grundthema Beziehungen. In den Wettbewerbsbedingungen stand, dass die eingereichten Texte in, für alle, ein Format umgewandelt werden und der Text eine Nummer bekam, damit die Jury keine Rückschlüsse auf den Autor ziehen konnte.

So kam es, dass mein Text ausgewählt wurde. Dann begann eigentlich der interessanteste Teil. Sonst brütete ich allein über meine Texte. Hier wurde ein Arbeitsforum eingerichtet und wir begannen gemeinsam mit der Textarbeit. Selbst der Titel wurde gemeinsam gesucht.

Da die Anthologie das Thema Beziehungen hat und Beziehungen immer etwas mit Gefühlen zu tun hat, wählten wir den Titel "Gefühlte Welt".

Die Anthologie "Glasperlenzeit" kam anders zustande. Drei Autorinnen sagten sich, wir wollen eine Geschichtensammlung zusammen stellen, in der der weibliche Schreibstil heraus gestellt wird. Gezielt suchten sich die drei Damen Autorinnen und sprachen sie an, ob sie nicht für dieses Projekt passende Geschichten dazu hätten.
So kam es, dass ich auch angesprochen worden bin und ich hatte eine passende, unveröffentlichte Geschichte. Als die drei sie gelesen hatten, wurde sie in die Antho aufgenommen.
Natürlich gab es wieder eine gemeinsame Textarbeit. Der Titel stand ganz schnell fest. Geliehen wurde er von einer drin vorkommenden Kurzgeschichte. Allerdings ist die Bedeutung als Titel für die Antho eine andere; jede Geschichte ist eine einzigartige Perle für die man Zeit benötig, um sich ihre Einzigartigkeit zu erlesen.
Eine Besonderheit hat die Antho noch. Vor jeder KG steht eine Kurzvita der Autorin.

So, das war ein kleiner Ausflug in meine Erfahrungswelt der Anthologie.


LG von Katrin

Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.843

01.09.2009 07:16
#3 RE: Anthologien - was ist das? Zitat · antworten

Ich kenne eine Menge Autoren, die sich darauf verlegt haben, beinahe an jeder Anthologie-Ausschreibung mitzumachen. Es bereitet ihnen Spaß, und einige sind sehr erfolgreich. Einen Roman oder ein ganzes Buch mit durchgängiger Handlung zu schreiben, würde ihnen im Traum nicht einfallen. Das wäre in ihren Augen Arbeit, und wo bleibt da der Spaß?

Aber es gibt da auch die anderen, die "Desperate Authors", die meinen, ihre Geschichten seien quasi der Nabel der Welt aber leider nie irgendwo angenommen werden. Ich glaube, über diese könnte man wirklich eine ganze Serie von Geschichten schreiben, die es wert wären, im Fernsehen als Soap zu laufen.

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Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

Katrin ( gelöscht )
Beiträge:

01.09.2009 08:04
#4 RE: Anthologien - was ist das? Zitat · antworten

Bei einem Roman oder wie du schreibst, einem Buch mit durchgängiger Handlung, muss der Autor schon etwas mehr Aufwand betreiben. Hier ist nicht nur Durchhaltevermögen gefragt, sondern auch intensive Recherche. Hinzu kommt, die Frage nach den Charakteren, der Plot, Spannungsbogen/Spannungsbögen, Perspektive/Perspektiven, Grundthema, Konflikte, gibt es nur einen Handlungsstrang oder mehrere, die Idee als solches ...

Bei einer Erzählung, kurzen Geschichte oder Kurzgeschichte hat der Autor ein schnelles Ergebnis. Wenn der Autor eine gute Geschichte haben möchte, muss er sich trotzdem Gedanken über die Charaktere machen, über den Spannungsbogen, die Idee selbst, die Perspektiv... halt nur in verkürzter Form.

Ja und Spaß kann man beim Schreiben immer haben, egal was man schreibt. Einmal ist der Spaß schnell vorbei oder er dauert Monate.

LG von Katrin

Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.843

01.09.2009 11:00
#5 RE: Anthologien - was ist das? Zitat · antworten

Zitat von Katrin
...Ja und Spaß kann man beim Schreiben immer haben, egal was man schreibt. Einmal ist der Spaß schnell vorbei oder er dauert Monate.
LG von Katrin



Ja, fast wie im richtigen Leben!

Aber natürlich haben auch die Antho-Autoren ihre oftmals Monate währende Vorfreude auf das Buch. Allein der Zeitraum vom Einsenden bis zum Erhalt der Zusage ist doch von Spannung geprägt.

-------------------------------
Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

Katrin ( gelöscht )
Beiträge:

01.09.2009 11:43
#6 RE: Anthologien - was ist das? Zitat · antworten

Bei "Gefühlte Welt" verging, vom Tag der Ausschreibung bis zum Erhalt des Belegexemplar, ein reichliges halbes Jahr.

Meine Geschichte "Hans im Unglück" war, von der Idee bis zum letzen Wort, in vier Tagen fertig. Dann rund eine Woche testlesen vom Testleser und 1. Überarbeitung. Als die Geschichte angenommen wurde, hatten wir drei Wochen Zeit für die Arbeit am Text. Zum Stichtag erhielt der Lektor des Verlages alle Geschichten, der er dann mit AM zurück schickte. Noch einmal eine Überarbeitungszeit, in deren Anschluß die Geschichten wieder zum Verlag geschickt wurden und dann endlich erhielten wir die Druckfahnen. Jetzt hatte man letzte Möglichkeit für Änderungen. Bei mir stimmte z. B. eine Formation nicht, die dann behoben wurde. Mit den letzten Änderungswünschen kamen ein letztes Mal die Druckfahnen zurück und man konnte sich die geänderte Version anschauen. Zum Schluß ging es ab in die Druckerei.

Wie man sieht, ensteht auch eine Anthologie nicht so schnell, wenn sie eine ansprechende Qualität haben soll.

LG von Katrin

gefion ( gelöscht )
Beiträge:

01.09.2009 18:59
#7 RE: Anthologien - was ist das? Zitat · antworten

Hier will ich mich kurz mal melden - denn ich hoffe, dass ICH diejenige bin, die du mit Testleser meinst... . Da kann ich nämlich berichten, dass es manchmal richtig Freude macht, Testleser sein zu dürfen. Bei deiner Geschichte über den Hasen habe ich echt Tränen gelacht. Ich sage nur Shampoo..., mehr wird nicht verraten.

LG
Gefion

Katrin ( gelöscht )
Beiträge:

03.09.2009 10:25
#8 RE: Anthologien - was ist das? Zitat · antworten

Ja, du warst mein Versuchskaninchen.

Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich gestehen, dass ich beim Schreiben nie wieder so gelacht habe. Gelacht schon, aber nie wieder, dass mir die Tränen kamen.

Aber das ist die oberflächliche Betrachtung der Geschichte. Der tiefere Sinn liegt nicht im "Shampoo", sondern in der Freundschaft selbst. Die Geschichte zeigt, dass das falsche Interpretieren einer Situation eine tiefe, langjährige Freundschaft auf eine harte Probe stellen kann und dass sogar möglicher Weise es zum Ende der Freundschaft führen kann.

Mehr Infos gibt es nicht dazu.

LG von Katrin

gefion ( gelöscht )
Beiträge:

03.09.2009 11:01
#9 RE: Anthologien - was ist das? Zitat · antworten

Ja, da hast du recht - drum mein Motto: Lieber ein bisschen voreilig offen sein. Hätten die zwei mal vorher geredet ...
LG
Gefion

Katrin ( gelöscht )
Beiträge:

03.09.2009 11:04
#10 RE: Anthologien - was ist das? Zitat · antworten

Katja U. Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 764

09.09.2009 16:01
#11 RE: Anthologien - was ist das? Zitat · antworten

Ich schreibe zwar zwischendurch gerne Kurzgeschichten, aber es gibt kaum Anthologien, an denen ich gerne mitschreiben würde. Meistens sind die Themen nicht das, was mich bewegt. Natur, meine Wohngegend etc. Langweilig :)

Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.843

09.09.2009 16:37
#12 RE: Anthologien - was ist das? Zitat · antworten

Hi Katherina. Woher bekommst Du denn die Ausschreibungs-Infos?

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Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

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