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Dieses Thema hat 6 Antworten
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Petrusautor Online

Admin


Beiträge: 9.239

30.12.2013 08:56
Ungeliebte Stiefschwester - ein Filmbericht zu Bremen-Nord Zitat · antworten

Bremen-Nord ist schön. Doch auch schöne Dinge können problembehaftet sein, wenn Politiker sich nicht ausreichend kümmern oder falsche Entscheidungen treffen.

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Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

Klaus-Dieter Welker Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 2.003

30.12.2013 09:44
#2 RE: Ungeliebte Stiefschwester - ein Filmbericht zu Bremen-Nord Zitat · antworten

Schöne Bilder einer schönen Stadt. Nun ja, die problembehafteten Stellen sieht man natürlich nicht und erfährt in dem kurzen Beitrag auch wenig darüber.
Es ist wohl fast überall so. Als unser kleines Dorf mit seinen 2.500 Einwohnern auf einmal einen Zuwachs von rund 600 Aussiedlern pro Jahr aus Russland, Polen und Rumänien bekam und die Politiker nur darauf bedacht waren, sie "unterzubringen", wurde es auch hier verflixt eng. Nicht räumlich gesehen. Über die Jahre hinweg sind rund 12.000 Aussiedler hier durchgewandert - rund 2.500 sind in der Gegend geblieben. Bei einer Gesamtbevölkerung von rund 12.000 in allen Ortsteilen ist das eine ganze Menge.
Es war Chaos, er herrschte Untergangsstimmung und unsere Politiker trugen nicht gerade dazu bei, die Probleme in den Griff zu bekommen. Es entstanden wahre "Ghettos", "Wodkainseln", wie sie in der Bevölkerung genannt wurden. Da konnten wir noch so mahnen, auf den Putz klopfen - es hatte kaum Wirkung. Es war eine kleine Völkerwanderung; die Einheimischen wanderten aus den Stadtteilen bzw. Häuserblocks aus, in denen die Aussiedler einzogen.
Heute ist das Vergangenheit. Weiß der Geier, woran es lag, aber es hat sich einigermaßen normalisiert. Die reißerischen Berichte der Zeitungen sind verschwunden, obwohl es natürlich auch heute noch hin und wieder Ärger gibt.
Ein wenig haben wohl auch wir - diejenigen, die im Aussiedlerheim arbeiteten - dazu beigetragen. Und trotz aller Probleme, aller Anfeindungen - es war eine verflixt schöne Arbeit. Ich habe oft Leute aus dem Ort mitgenommen, die fürchterlich auf all die "Russen" und "Polacken" schmimpften, bin mit ihnen durch die "Ghettos" gelatscht, habe meine Jungs und Ladys, meine Babutschkas dort mit ihnen besucht und ihnen die Gastfreundschaft der "Russen und Polacken" gezeigt. Und sie dann aufgefordert, mich doch mal auf eine Runde mit durch die Dörfer zu nehmen, um mich von den Einheimischen bewirten zu lassen - was natürlich ein Schuss in den Ofen gewesen wäre.
Wie gesagt, es ist Vergangenheit. Klar, es herrscht immer noch Misstrauen, teilweise Neid. Ich denke mal, in 20 Jahren hat sich das total verwachsen.
Aber es erfordert Arbeit. Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben müssen erst geschaffen werden, sie entstehen nicht von allein. Mann, habe ich mich gefreut, als wir unsere erste russischstämmige Stadtverordnete hatten. Heute sind es drei. Hübsch auf die Parteien verteilt - SPD, CDU und Grüne. Geschickt eingefädelt - denke ich mal... :-)
Also auf in die Politik und die Keule geschwungen. Und geschi.... auf all diese Fraktionszwänge und ähnlichen Unsinn, sondern die Klappe aufgerissen und den eigenen Ruf ein wenig als Störenfried und Quertreiber ruinieren. Das macht bestimmt Spaß. Schade, dass mich keine der Parteien aufnehmen will - mit Ausnahme der Linken. Aber da will ich nicht.

Petrusautor Online

Admin


Beiträge: 9.239

30.12.2013 10:22
#3 RE: Ungeliebte Stiefschwester - ein Filmbericht zu Bremen-Nord Zitat · antworten

Ja, so ist es. Auch Politiker haben nicht immer die Lösungen für Probleme parat, aber hier war es anders. Ich kenne alle Norder-Stadtteile sehr gut und auch sehr lange. Früher gab es hier Arbeit in Hülle und Fülle, allen Stadtteilen war ein bescheidener Wohlstand zueigen. Eine Werft reihte sich an der Unterweser an die andere, Flugzeuge wurden gebaut, es gab eine große Wollkämmerei und eine Spinnerei, Zulieferbetriebe, Fischverarbeitung und kaum Arbeitslosigkeit. Dann setzte das Werftensterben ein, die Kämmerei machte dicht und auch der Spinnbau Farge. Die Kasernen in Bremen-Grohn und Schwanewede wurden geschlossen, der Einzelhandel starb nahezu aus. Was blieb, war Arbeitslosigkeit und die noch immer zuwandernden Migranten. Heute ist das Straßenbild geprägt von Armut, Alkoholismus und Drogensucht. Kriminalität breitet sich aus, während die Polizei hinter den Kriminellen hinterlaufen muss. Kaum verhaftet, sind sie wieder auf freiem Fuß, weil die Rechtsprechung nicht durchgreift.
Doch sagt man es mal laut, steht man sofort in der rechten Ecke und wird niedergebuht von den Gutmenschen, die in Stadtteilen leben, wo sie diese Probleme nicht haben.

Dabei haben wir einen der schönsten Stadtteile Bremens, doch sind wir wohl politisch eher ein Stiefkind der Hansestadt.

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Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

Klaus-Dieter Welker Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 2.003

30.12.2013 10:54
#4 RE: Ungeliebte Stiefschwester - ein Filmbericht zu Bremen-Nord Zitat · antworten

Ruf die freie Republik Bremen-Nord aus. Ich überlege auch gerade, ob ich mein eigenes Dorf gründen soll. Falls du also "Städtepartnerschaften" suchst - melde dich.

Anneke Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 178

02.01.2014 21:40
#5 RE: Ungeliebte Stiefschwester - ein Filmbericht zu Bremen-Nord Zitat · antworten

Claus hat es auf den Punkt gebracht. Hier sind es derzeit nicht die Russen, sondern Roma und Sinti. Die Silvesternacht haben wir in Gesellschaft der Polizei verbracht, weil beim Nachbarn wieder versucht wurde einzubrechen. Vermutlich funktioniert es auf einem "Dorf" noch besser mit der Integration. Unser Stadtteil ist seit Jahrzehnten ein Einwanderungsstadtteil, zuerst kamen die Polen, die auf den WErften und in der Kämmerei arbeiteten, dann die Spanier, Italiener, Griechen, Portugiesen, danach dann die Türken - es war hier schon immer international. Aber dann blieb die Arbeit weg, die Leute kommen aber immer noch. Inzwischen Bulgaren, Rumänen, Libanesen, Albaner und zuletzt jetzt die Roma und Sinti. In einer Parallelstraße leben fast 500 Menschen zumeist mit Duldungsstatus, sie dürfen nicht arbeiten, hocken ständig aufeinander, Deutschkenntnisse natürlich keine und auch nicht viel Bereitschaft dazu - naja.......

Tja KD, mein Ruf ist nun ruiniert - aber damit kann ich leben

Klaus-Dieter Welker Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 2.003

03.01.2014 08:27
#6 RE: Ungeliebte Stiefschwester - ein Filmbericht zu Bremen-Nord Zitat · antworten

Ich stehe auf Frauen mit schlechtem Ruf... :-)

Petrusautor Online

Admin


Beiträge: 9.239

03.01.2014 09:20
#7 RE: Ungeliebte Stiefschwester - ein Filmbericht zu Bremen-Nord Zitat · antworten

Ach, auf solche Äußerlichkeiten soll man nicht viel geben. Habe ja auch mit dir nur gute Erfahrungen gemacht. Und du weißt doch: Mok wat du willst, de Lüe schnackt doch!

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Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

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