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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 186 mal aufgerufen
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Katja U. Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 757

26.01.2014 22:36
Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Hallo!

Ich mache für die Uni eine kleine Studie darüber, inwieweit sich englisch- und deutschsprachige Blogger in gewissen sprachlichen Dimensionen unterscheiden und wie diese Unterschiede von Lesern wahrgenommen werden:
http://www.q-set.de/q-set.php?sCode=VPJBEGSNUNFK
Es wäre nett, wenn ihr die vier Sätze (zwei auf Englisch, zwei auf Deutsch) nach den Aspekten in der Umfrage bewerten könntet.
Bei Fragen: meldet euch einfach hier oder per PN bei mir!

Tragen wir gemeinsam die Blogforschung ein kleines Bisschen voran!
Danke im Voraus :)

LG,
Katja

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Klaus-Dieter Welker Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 1.976

27.01.2014 05:20
#2 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Moin Katja,

bei deinem Fragebogen fehlen so ein wenig die Möglichkeiten bezüglich des Bildungsabschlusses. Es gibt eine Zeit vor "Master" oder "Bachelor" - so die ollen Dipl.-Grade etc.. Gibt es einen Unterschied zwischen "Bloggst du selber" oder "bist du ein Blogger". Wenn nein - dann hast du diesen Punkt zweimal in deinem Fragebogen.
Ebenfalls ein wenig "suspekt" ist die Frage (auf Seite 2) nach "Irgendwas, was du noch dazu sagen willst?". Zum einen ist die Frage ein wenig putzig gestelt - zum anderen was passiert, wenn ich nichts sagen will? Auf dem Fragebogen muss man den Button ankreuzen, dass man noch seinen Senf in irgend einer Form dazu geben will - ansonsten kommt man nicht weiter. Bastel wenigstens noch einen "Nein-Button" dazu.
Die Seite 3 deines Fragebogens ist sehr speziell; so speziell, dass ich überhaupt nicht begreife, was du wissen willst...an dieser Seite würde ich an deiner Stelle noch arbeiten. Auch an den Formulierungen (z.B. "Wie gefällt dir der Satz" - Antwortmöglichkeiten "Ja", "Nein" "Ist mir egal". Nee, das ist verflixt schlechtes Deutsch. Entweder ein Satz gefällt mir - dann wäre die Antwort "Gut"; ansonsten "Schlecht". Oder die Frage müsste lauten "Gefällt dir der Satz" (ohne das "Wie").
Der ganze Fragebogen ist ziemlich kompliziert in seinen Fragestellungen - nichts für "Ott-Normalverbraucher". Ehrlich gesagt: ich konnte wenig bis gar nichts mit ihm anfangen. Sorry, klingt hart, ist aber so.

Klaus-Dieter Welker Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 1.976

27.01.2014 06:06
#3 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

So, jetzt habe ich nochmal über deinen Fragebogen nachgedacht. Morgens bin ich ein Schnelldenker. Merkwürdig eigentlich...(kein Smilie für "Kratzen am Hirn hier?)
Es ist zwar schon Ewigkeiten her, dass ich "wissenschaftlich" gearbeitet habe, aber so ein wenig ist mir von den Grundsätzen noch im Kopf geblieben. Dein Fragebogen ist mehr - oder fast ausschließlich - auf den "sachkundigen" Befragten zugeschnitten und erfordert zudem, dass der Befragte beider Sprachen (englisch und deutsch) ausreichend mächtig ist. Also eigentlich nur für "bi-linguale" Kunden geeignet. Zudem muss er Fachwissen über wissenschaftliche Begriffe haben - wer kennt schon den Unterschied zwischen "implizit" und "explizit"? Deine Erläuterungen dazu im Fragebogen reichen bei weitem nicht aus, um die verwendeten Begrifflichkeiten zu erklären.
Wen willst du mit diesem Fragebogen erreichen? Das sollte deine erste Überlegung sein. Ich gehe davon aus, dass du Informationen von einem größeren Kreis von "Bloggern" möchtest und bezweifle ganz arg, dass dieser größere Kreis über die Voraussetzungen verfügt, deine Begrifflichkeiten zu verstehen oder - wie schon gesagt - "bi-lingual" auf der Welt unterwegs ist. Selbst ein des englischen Mächtiger wird den Bedeutungsinhalt und die sprachlichen Nuancen eines Satzes wie: "I have to say though, it wasn’t a great year for me in books, with many titles I was looking forward to getting my hands on for months ultimately disappointing me." begreifen. Selbst ein Engländer mit mittlerer Bildung wird bezüglich deiner Fragestellungen daran zu knabbern haben.
Du hast einen wissenschaftlichen Anspruch; das bedeutet jedoch nicht, dass du deinen Fragebogen mit wissenschaftlichen Begrifflichkeiten spicken musst. Im Gegenteil. Er sollte für (fast) jeden verständlich sein, damit du genügend Rücklauf bekommst. Es ist später an dir, die eintrudelnden Daten wissenschaftlich aufzuarbeiten.
So als Beispiel: Ich habe eines meiner beiden Diplome durch die Untersuchung des verhängten Strafmasses bei jugendlichen Straftätern in Abhängigkeit ihrer sozialen/ethnischen Herkunft erworben. Das bedeutete, dass ich junge Knackis befragen musste um raus zu kriegen, woher sie kamen, ob ihre Familie der "Unterschicht", dem "Mittelstand" oder der "Oberschicht" angehörte, was sie so verbockt hatten, dass sie nun im Bau saßen - und ob die Richter bei der Bemessung des Strafmaßes eklatante Unterschiede zwischen "arm" und "reich", "Unterschicht" und "Oberschicht" und "Türke" oder "Deutscher" machten.
Dementsprechend musste ich die Fragen aufbauen. Hätte ich nach "Sozialisationshintergrund und Sanktionsgeschichte", nach "biographischen Merkmalen" oder Ähnlichem gefragt und vielleicht noch Begriffe wie "Deprivation" oder "Sozialisation" verwendet - ich wäre voll auf der Schnauze gelandet.
Also, kurz gesagt: Vereinfache deine Fragen. Verwende "normale" Wörter, die gebräuchlich sind. Frag nicht nach "Orientiertheit auf das Ich oder das Gegenüber", sondern "Meint der sich selber oder meint er dich?".
So, genügend gesülzt für einen Morgen. Jetzt koche ich Kaffee.

Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.748

27.01.2014 08:53
#4 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Unsere Studis! Die gleichen Probleme habe ich gelegentlich mit meinem Ex-Leichtmatrosen. Ich höre mir alles an, was sie mir erzählt und bitte danach um eine Übersetzung für Normalsterbliche. Als "Master of Arts" entgleist ihr nämlich auch manchmal die gute alte deutsche Sprache. Mittlerweile merkt sie, wenn sich meine Stirn in Falten legt, dass sie nen Gang zurückschalten muss.

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Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

Katja U. Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 757

27.01.2014 18:16
#5 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Danke für eure Rückmeldungen, ihr zwei!

Zitat
bei deinem Fragebogen fehlen so ein wenig die Möglichkeiten bezüglich des Bildungsabschlusses. Es gibt eine Zeit vor "Master" oder "Bachelor" - so die ollen Dipl.-Grade etc..

Diplom ist mit aufgezählt, ansonsten ist immer noch das Auswahlfeld vorhanden, falls man einen ganz anderen Abschluss hat.
Ich musste quasi irgendwo unterbrechen, weil das sonst eine Endlosliste gewesen wäre. Deswegen habe ich nur die heutzutage gängigsten Abschlüsse aufgezählt :).

Zitat
Gibt es einen Unterschied zwischen "Bloggst du selber" oder "bist du ein Blogger". Wenn nein - dann hast du diesen Punkt zweimal in deinem Fragebogen.

Stimmt. Habe ich ausgebessert . Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass ich drüber schlafen hätte müssen, denn es ist mir gestern abend beim Testen nicht aufgefallen .

Zitat
Ebenfalls ein wenig "suspekt" ist die Frage (auf Seite 2) nach "Irgendwas, was du noch dazu sagen willst?". Zum einen ist die Frage ein wenig putzig gestelt - zum anderen was passiert, wenn ich nichts sagen will? Auf dem Fragebogen muss man den Button ankreuzen, dass man noch seinen Senf in irgend einer Form dazu geben will - ansonsten kommt man nicht weiter. Bastel wenigstens noch einen "Nein-Button" dazu.

Habe ich geändert, danke...

Zitat
Die Seite 3 deines Fragebogens ist sehr speziell; so speziell, dass ich überhaupt nicht begreife, was du wissen willst...an dieser Seite würde ich an deiner Stelle noch arbeiten. Auch an den Formulierungen (z.B. "Wie gefällt dir der Satz" - Antwortmöglichkeiten "Ja", "Nein" "Ist mir egal". Nee, das ist verflixt schlechtes Deutsch. Entweder ein Satz gefällt mir - dann wäre die Antwort "Gut"; ansonsten "Schlecht". Oder die Frage müsste lauten "Gefällt dir der Satz" (ohne das "Wie").

Jetzt wo du es sagst o.O
Ich habe jetzt auf Seite drei noch mal im deutschen Teil Erklärungen zu den einzelnen Aspekten dazugeschrieben.
Das Problem ist wohl, dass ich es nicht viel einfacher ausdrücken kann, aber ich habe es zumindest versucht *g*. Im Grunde genommen geht es darum, was zu testen.
Die Frage, ob der Satz gefällt, ist schon wichtig - wenn ich aber sage wieso, verfälsche ich leider meine Studie, sonst würde ich es gerne verraten. Aber ich habe ihn jetzt umformuliert, du hast völlig Recht.

Zitat
Ehrlich gesagt: ich konnte wenig bis gar nichts mit ihm anfangen. Sorry, klingt hart, ist aber so.

Ohne Kritik kann ich nichts lernen!

Zitat
Dein Fragebogen ist mehr - oder fast ausschließlich - auf den "sachkundigen" Befragten zugeschnitten und erfordert zudem, dass der Befragte beider Sprachen (englisch und deutsch) ausreichend mächtig ist.

Stimmt, geht aber leider nicht anders. Das Fach heißt "contrastive pragmatics", ich muss also etwas Englisches und etwas Deutsches vergleichen (vergleichende Sprachwissenschaft). Das lässt sich leider nicht vermeiden. Habe nun versucht, ihn so weit umzugestalten, dass man nicht zwingend studiert sein muss, um ihn zu verstehen.

Zitat
Du hast einen wissenschaftlichen Anspruch; das bedeutet jedoch nicht, dass du deinen Fragebogen mit wissenschaftlichen Begrifflichkeiten spicken musst. Im Gegenteil. Er sollte für (fast) jeden verständlich sein, damit du genügend Rücklauf bekommst. Es ist später an dir, die eintrudelnden Daten wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Leichter gesagt, als getan... ich fürchte, für Manches gibt es einfach im Standard-Deutsch keine Formulierungen (oder ich kenne sie nicht, weil ich die deutschen Entsprechungen der englischen Sachen nie gehört habe -.- )

Zitat
Frag nicht nach "Orientiertheit auf das Ich oder das Gegenüber", sondern "Meint der sich selber oder meint er dich?".

Die Formulierung gefällt mir ^^.

Claus, bei mir kommt noch hinzu, dass ich die Fachbegriffe nur auf Englisch kann und wenn ich dann meinen Eltern auf Russisch was erzählen will o.O dann gute Nacht ^^

Ich habe den Bogen jetzt etwas überarbeitet. Hoffentlich ist er jetzt verständlicher.
Zu unakademisch kann ich den leider auch nicht machen, zumindest ein wenig Englischverständnis ist wichtig.

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Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.748

27.01.2014 20:10
#6 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Nee, nee, nee. Ist schon alles richtig so. Studien sind eine streng wissenschaftliche Angelegenheit, da kann man nicht in das "Nomalo-Deutsch" verfallen, es sei denn, diese Leute sind der Bestandteil der zu erhebenden Daten. Der akademische Anspruch muss zwangsläufig erkennbar sein, sonst wird die Studie in ebensolchen Kreisen nicht anerkannt. Allerdings finde (scheinbar nicht nur) ich es erschreckend, wie weit die deutsche Sprache in ihrer Anwendung und Verständlichkeit auseinanderklaffen kann. Der Normalbürger hat keine Chance.

Wir bemühen uns gerade, akademisch verfasste Stellenagebote für meinen Nachwuchs zu übersetzen. Unglaublich, wie riesige akademische Worthülsen zerplatzen und wie wenig sich dahinter verbirgt. Aber es sind überdimensionierte schillernde Wortblasen, vor denen ein normalgebildeter Mensch bereits im Erdboden versinken möchte, weil er einfach nicht weiß, dass auch Akademiker nur mit Wasser kochen. Was nach der Übersetzung in die deutsche Sprache bleibt, ist ein Furz. Nur aussehen muss es wie ein Orkan!

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Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

Katja U. Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 757

27.01.2014 20:15
#7 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Zitat
Der akademische Anspruch muss zwangsläufig erkennbar sein, sonst wird die Studie in ebensolchen Kreisen nicht anerkannt.

Eben, das ist ein Balanceakt. Meine Dozentin wird schließlich sehen, was ich da gefragt habe und wie.

Zitat
Allerdings finde (scheinbar nicht nur) ich es erschreckend, wie weit die deutsche Sprache in ihrer Anwendung und Verständlichkeit auseinanderklaffen kann. Der Normalbürger hat keine Chance.

Oh ja... das ist mir ja schon in meiner Schulzeit aufgefallen, als ich mich vehement geweigert habe, Jugendsprache zu sprechen (die hat mir nicht gefallen) und mir statt dessen dauernd Begriffe von Goethe geklaut habe. Ich wurde von meinen Mitschülern nicht verstanden. Umgekehrt verstand ich sie aber auch nicht o.O

Zitat
nglaublich, wie riesige akademische Worthülsen zerplatzen und wie wenig sich dahinter verbirgt. Aber es sind überdimensionierte schillernde Wortblasen, vor denen ein normalgebildeter Mensch bereits im Erdboden versinken möchte, weil er einfach nicht weiß, dass auch Akademiker nur mit Wasser kochen.

Oh ja, ich treibe mich seit Neuestem auf LinkedIn herum und da sehe ich so einige Worthülsen in der Richtung.

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Klaus-Dieter Welker Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 1.976

27.01.2014 21:13
#8 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Naja, ich habe da eine andere Meinung. Die Auswertung muss wissenschaftlich sein, die aus den Erhebungen gewonnen Daten und Einsichten. Die Fragen in den Erhebungsbögen können - und sollen - verständlich und eindeutig sein, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Der akademische Anspruch ergibt sich aus den Rückfolgerungen, den empirisch nachvollziehbaren und schlüssigen Bewertungen. Ich denke ihr liegt falsch, wenn ihr "akademischen Anspruch" mit verklausulierten oder komplizierten Fragen verbindet.
Nur als Beispiel: befragt Kinder oder Jugendliche, Ausländer (heute heißt es ja Migranten) um Rückschlüsse auf ihren Kenntnisstand, ihre Sprach- oder soziale Kompetenz, ihre Fähigkeit zu logischem Denken zu analysieren. Was meint ihr, wie die Fragen gehalten sein müssen, um wirklich daraus Kenntnisse ableiten zu können? Es steht auf einem anderen Blatt, wie diese Daten aufgearbeitet und in "akademisch für die Allgemeinheit unverständliche" Formulierungen bzw. Fachchinesisch verpackt werden. Nehmt IQ-Tests mit Mathe-Textaufgaben und serviert sie einem Migranten, der gerade erst eingereist ist und so gut wie keine deutschen Sprachkenntnisse hat. Der Kerle wird als "blöd" aus dem Test hervorgehen - und hat in seiner Heimat seinen Doktor in Mathematik gemacht und war Dozent in der Hochschule von Neu-Delhi, ist also alles andere als verblödet.
Nicht die Fragen an sich - sofern sie gut durchdacht und der Situation angepasst sind - machen den "akademischen Anspruch", sondern die Überlegungen vor der Fragestellung, um überhaupt genau diese Fragen zu stellen, ihre Auswahl begründen zu können und letztendlich aus diesen Überlegungen und den gewonnenen Daten ein korrektes Fazit ableiten zu können. Alles andere verfälscht die Ergebnisse und macht sie unbrauchbar.
Das ist dann so ähnlich wie bei der Statistik. Da kannst du deine Füße in den Gefrierschrank legen und den Kopf bei Oberhitze in den Backofen stellen und hast trotzdem eine durchschnittliche Körpertemperatur von 36,9° Celsius. Also kerngesund - mit der Nebenwirkung, dass der Proband auf Grund der Erfrierungen an den Haxen und dem Durchglühen der Sicherungen in seinem Denkmechanismus trotz aller akademischer Mittelwerte und entgegen aller statistischen Erfahrungen das zeitliche gesegnet hat.
Aber mach einfach mal den Test. Bastel zwei Fragebögen. Einen, in dem die Fragen "dem akademischen Anspruch" genügen und einen, der eben klare und einfach strukturierte Fragen zu genau dem gleichen Komplex stellt. Ich bin überzeugt, dass du bei dem zweiten zum Einen wesentlich mehr Teilnehmer hast, die Daten eindeutiger sind und du eine solide Grundlage für eine wissenschaftliche (akademische) Analyse hast, während bei der ersten Konzeption sich der Rücklauf doch in sehr engen Grenzen bewegt und die Ergebnisse nicht so eindeutig sein werden.

Eine vielleicht gute Hilfe findest du unter: http://www.aschemann.at/Downloads/Fragebogen.pdf Schau da mal unter Punkt 3.2. (Formulierung der Fragen). Eben die Anmerkungen, die ich gerade gemacht habe, findest du dort, z. B. die Regel, dass die Fragen möglichst genau und einfach formuliert und die verwendeten Begriffe allen geläufig sein sollten.

Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.748

28.01.2014 07:03
#9 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Deshalb schrieb ich ja: "...da kann man nicht in das "Nomalo-Deutsch" verfallen, es sei denn, diese Leute sind der Bestandteil der zu erhebenden Daten."
Es kommt immer darauf an, wen du befragst. Richtest du eine Studie an Akademiker, musst du mit ihnen "akademisch" reden. Für das "Volk" reicht deutsch.

Tatsächlich sind Teilbereiche der akademischen Gesellschaft scheinbar überwiegend damit beschäftigt, sich selbst Lebensberechtigungszeugnisse auszustellen. Dies gilt für den Bereich der Geisteswissenschaften, die Studiengänge ausbilden, bei denen man sich bereits sehr frühzeitig fragt: "Was kann ich später damit machen? Wo soll ich mit diesem Abschluss mein Geld verdienen?" Oft ist keine wirkliche Notwendigkeit hinter manchen Fachrichtungen zu erkennen, außer der, sich selber zu erhalten.

Claudia hat sich dazu entschlossen, ihren Doktor nicht mehr zu machen. Beruflich würde der Titel ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz eher verringern als fördern, da sie für die meisten zu besetzenden Arbeitsplätze bereits "überqualifiziert" wäre, und Jobs mit dieser Voraussetzung nahezu nur noch in Teilzeit und dann noch zeitlich befristet angeboten werden. Der Weg in die Altersarmut ist trotz Studium vorprogrammiert, da Rentenanwartschaften nur in nicht nennenswerter Höhe erarbeitet werden. Ein Leben aus dem Koffer ebenfalls, weil man mal zwei Jahre hier und ein Jahr dort in Deutschland solche Jobs bekommt. Kein Wunder, dass sich Akademiker kaum noch Nachwuchs leisten können und wollen. Forschung wird dort teilweise nur noch den eigenen Aussagen nach (mit aufgeblähten Texten) betrieben, mit Ergebnissen, die kaum einer braucht und die nur wenige interessieren.

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Petrusautor Claus

Anita K-M Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 1.724

28.01.2014 12:55
#10 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Zitat von Klaus-Dieter Welker im Beitrag #8

Nicht die Fragen an sich - sofern sie gut durchdacht und der Situation angepasst sind - machen den "akademischen Anspruch", sondern die Überlegungen vor der Fragestellung, um überhaupt genau diese Fragen zu stellen, ihre Auswahl begründen zu können und letztendlich aus diesen Überlegungen und den gewonnenen Daten ein korrektes Fazit ableiten zu können. Alles andere verfälscht die Ergebnisse und macht sie unbrauchbar.




Mann, K-D, du bist gar nicht so durchgeknallt wie du immer tust, du bist ein kluger Mann.

Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.748

28.01.2014 13:03
#11 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Er wäre ein großer Schauspieler geworden...

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Petrusautor Claus

Klaus-Dieter Welker Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 1.976

28.01.2014 13:22
#12 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Naja, man kann als Mann beides sein: total durchgeknallt und zugleich nicht ganz verblödet. Deshalb hat mich Mensa ja auch nicht abgelehnt, obwohl ich bei dem Test so dumm wie immer aus der Wäsche geschaut habe.

Petrusautor Offline

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Beiträge: 8.748

28.01.2014 15:11
#13 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Bist du sicher, dass du kein Norddeutscher bist?

So ein cooles Understatement haben sonst nur wir Hanseaten!

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Petrusautor Claus

Anita K-M Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 1.724

28.01.2014 16:51
#14 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Unterschätz die Hessen nicht, besonders die Nordhessen!!!!!!!!!!!!!!

Katja U. Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 757

28.01.2014 18:32
#15 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Zitat
Tatsächlich sind Teilbereiche der akademischen Gesellschaft scheinbar überwiegend damit beschäftigt, sich selbst Lebensberechtigungszeugnisse auszustellen. Dies gilt für den Bereich der Geisteswissenschaften, die Studiengänge ausbilden, bei denen man sich bereits sehr frühzeitig fragt: "Was kann ich später damit machen? Wo soll ich mit diesem Abschluss mein Geld verdienen?" Oft ist keine wirkliche Notwendigkeit hinter manchen Fachrichtungen zu erkennen, außer der, sich selber zu erhalten.


Kontrastive Pragmatik finde ich schon cool - darum habe ich den Kurs dieses Mal belegt. Vergleichende Sprachwissenschaft forscht im Prinzip dazu, wie kulturelle Missverständnisse entstehen und wo sie besonders auffällig sind. Das so gewonnene Wissen kann dazu dienen, die Menschen dafür zu sensibiliseren, dass bestimmte Situationen nicht aus Böswilligkeit entstehen. Und dass, "wir sind alle gleich"-Gedanken hin- oder her, es nun mal sowas wie eine lokale Mentalität gibt. Die drückt sich in der Sprache aus.
Wenn Amerikaner Scheineinladungen aussprechen, wiren sie auf manche Menschen unhöflich, weil sie die Einladung nicht so meinen und auch nicht vorhaben, anzurufen (nur weil sie "I'll give you a call" sagen). Umgekehrt finden es Amerikaner/Briten megaunhöflich, dass die Deutschen das in der Regel nicht tun ^^.

Theoretisch soll sich meine Umfrage an alle richten, die gut genug Englisch können, um auch die englischen Beispielsätze zu untersuchen. Im Prinzip schließt das Leute ohne Bildungsabschluss (sofern es keine genialen Autodidakten sind) oder Leute, die Probleme mit Sprachenlernen haben, leider aus.
Aber um zu untersuchen, ob der englische Bloggerstil auf das Deutsche abfärbt, brauche ich unter den Umfragebeantwortern unter anderem auch Leute, die Blogs auf Englisch lesen (und sich somit davon beeinflussen lassen können), die also gut genug Englisch können, um in ihrer Freizeit lange Texte in dieser Sprache zum Vergnügen lesen zu können :). Genauso wie ich Leute brauche, die die Sätze verstehen, aber keine englischen Blogs lesen und somit den englischen Stil komisch finden werden.
Da fallen ein paar Kreise raus, das stimmt.

Bei einer soziologischen Studie wäre ich vermutlich aber wirklich mit einfacheren Fragestellungen herangegangen.

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Klaus-Dieter Welker Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 1.976

28.01.2014 18:50
#16 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Schöne Erläuterung - die habe sogar ich verstanden. Aber das macht das Ganze für Dich verdammt schwierig. Genügend Leute zu finden, die die Voraussetzungen erfüllen, dürfte schwer werden. Naja, ganz davon zu schweigen, eigentlich überprüfbar zu machen, dass dem wirklich so war... :-).
Aber ich denke, so hoch wird die Latte nicht gelegt werden, sofern du damit nicht deinen Doktor basteln willst.

Katja U. Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 757

28.01.2014 19:00
#17 RE: Bitte um Hilfe! Sprachliche Studie Zitat · antworten

Zitat
. Aber das macht das Ganze für Dich verdammt schwierig. Genügend Leute zu finden, die die Voraussetzungen erfüllen, dürfte schwer werden.

Dafür habe ich mir extra einen Facebook-Account angelegt :). Um den Link in die Englisch- Anglistik- und Bloggergruppen schleußen zu können :). Ich habe jetzt 30 Antworten und für so eine Ministudie ist das bereits ausreichend, dabei läuft die Umfrage erst einuge Tage.
Bei meiner ersten Umfrage habe ich mit viel Mühe (und ohne Facebook) 49 Antworten zusammengekratzt und musste dazu die Umfrage mehrmals verlängern.

Zitat
Aber ich denke, so hoch wird die Latte nicht gelegt werden, sofern du damit nicht deinen Doktor basteln willst.


Ne, ich muss einfach irgendwas selbstständig darüber herausfinden, wo Englisch und Deutsch sich unterscheiden :). Und wenn ich mir die Zahlen anschaue, die ich bisher habe, scheint meine Annahme auch nicht zu blöd gewesen zu sein, zumindest entspricht die Streuung und Altersverteilung ungefähr dem, womit ich rechnete (bis jetzt zumindest :) )

BTW habe ich die PDF mit den Umfragetipps abgespeichert, die werde ich noch gut gebrauchen können. Danke.

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