Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Faszination Wasser
Das Forum zur Autorenseite


Zur Autoren-Homepage

Leider habe ich keinen Einfluss auf die am rechten Bildrand eingeblendete Google-Werbung.
Ich weise aber aus gegebenem Anlass darauf hin, dass jeder Interessent sich vorab im Netz über
Druckkosten-Zuschuss-Verlage (DKZV) informieren sollte, die lediglich darauf abzielen, für viel Geld
die Träume mancher Jungautoren zu verwirklichen. Sie haben mit "echten" Verlagen nichts zu tun.


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 944 mal aufgerufen
 Stumpf, Martin
Martin Stumpf Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 2.091

06.07.2014 09:29
Einblicke Zitat · antworten

Martin Stumpf Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 2.091

30.12.2017 16:48
#2 RE: Einblicke Zitat · antworten

Schnick, schnack, Knappe
die Erste


Knappe! Warum schaut er so trübe drein,
in der Morgensonne hellem Schein?

Herr, erlaubt ein offenes Wort,
mein Leib ist nahezu schon fort,
er geht bald hinüber in die Weite,
die Unendlichkeit der toten Kämpfer Seite.

Schnick, schnack, Knappe.
Er liegt doch hier noch auf der Rampe,
mit seiner feisten fetten Wampe.

Herr, die Würde wird man Euch nicht rauben,
Euch wird man nur in Ketten schrauben.
Mich hingegen hat flugs man nackt
auf die Folterbank gepackt.

Schnick, schnack, Knappe.
Stille er jetzt walten lässt, wo ich des Himmels Chöre
doch schon in der Ferne höre.

Oh Herr, es tut mir ehrlich Leid,
das ist Torbens Rüstung die da nach Rache schreit!

Knappe, lasse er uns fliehen geschwind,
bevor wir in Ritter Torbens Kerker sind.

Herr, erlaubt ein offenes Wort,
ihr reitet auf dem Pferde fort,
ich hingegen schlepp das ganze Rüstzeug mit
und komme dauernd aus dem Tritt.
Glaubt nicht ich sei ein fauler Wicht,
bedenkt, am Fuße hab ich Gicht.

Schnick, schnack, Knappe.
Als ich noch jung und rüstig war,
trug ich sogar den Ritter Adebar,
auf meinen Schultern, meinen breiten,
meiner einer ließ sich nicht vom Zaudern leiten.
Nun laufe Knappe geschwind, denn auf dem Hügel droben
sehe ich schon Ritter Torbens Horden toben.

Knappe, lasse er uns die Schwerter schwingen,
und Ritter Torbens Horden den Untergang bringen.
Als letztes in meinem glanzvollen Ritterleben
will ich Ritter Torbens Rüstung die letzte Ölung geben.

Herr, ich schwör`s Euch, das würde ich gerne,
doch das gestrige Mahl rumort mir im Gedärme!"

Schnick, schnack, Knappe.
Als ich noch jung und rüstig war,
erschlug ich mit bloßen Händen Ritter Adebar,
meiner einer ließ sich nicht von Ängsten leiten,
für mich waren das nur Kleinigkeiten.
Nun kämpfe er, Knappe, und renne geschwind,
bevor wir in Ritter Torbens Kerker sind.

Knappe, nun jauchze er und besinge den Sieg,
ich habe Ritter Torben geschlagen im Krieg
Mit Furcht im Antlitz sind seine Horden davon,
während mein Schwert heroisch kannte kein Pardon.

Herr, ich will Euch nicht widersprechen,
doch dürft ihr nicht das Opfer vergessen.
Euer Pferd ist ruhmreich von uns gegangen,
wie wollt ihr nun zu Gerlindes Burg gelangen?

Schnick, schnack, Knappe.
Ich will nichts mehr hören von deinen Klagen,
du wirst nun das Rüstzeug samt meiner Wenigkeit tragen.




Schnick, schnack, Knappe
die Zweite


Knappe, halte ein und folge der Melodie,
eine Arie durchstreift des Waldes Galerie.
Ich höre Gerlinde in der Ferne singen,
sie will mir ihre Liebe nahe bringen.

Herr, ich will Euch nicht die Stimmung verderben,
Euch auch nicht mein Inneres vererben,
doch ich befinde mich im sterben.
Das gestrige Mahl hat mich nicht verschont,
und meinen Hintern mit Lauten belohnt.

Schnick, schnack Knappe.
Meine Ohren sind noch nicht verloren,
gerade eben wurden sie von neuem geboren,
als ich Gerlindes zarter Stimme lauschte
und mich an ihrem Gesang berauschte.

Herr, dass mag ja sein,
doch erst meine Melodie
bereicherte des Waldes Galerie.

Schnick, schnack Knappe.
Stille er jetzt walten lässt,
bevor ich meine Hand erhebe
und meinem Schwert den Vorzug gebe.

Herr, ich will nicht um mein Leben flehen,
doch wie wollt Ihr danach zu Gerlindes Burg gehen?
Ohne Rappen und treu ergebenen Knappen,
werden Euch noch Schergen schnappen.

Schnick, schnack Knappe.
Möge er lieber meine Taten besingen,
als mich in Schwierigkeiten zu bringen
und mit seinen Nichtigkeiten zu ringen.




Schnick, schnack, Knappe
die Dritte


Lauf, Knappe, lauf,
den Hügel vor uns hinauf.
Dort oben will ich mich betten,
für eine Weile von deinem Geruckel erretten.

Herr, Ihr sprecht mir aus der Seele,
herrscht doch Dürre in meiner Kehle.
Mich dürstet es nach einem Tropfen Wein,
der den Dämon verscheucht aus meinem Gebein.

Schnick, schnack, Knappe.
Für eine Handvoll Gold
war mir das Glück mit dir nicht hold,
du bist nicht Knappe und auch nicht Knecht,
nur ein trunksüchtiger feiger Specht,
So mag er seinen Kadaver dort in der Lache suhlen
und mit den Fischen um den letzten Tropfen Wasser buhlen,

Herr, kaum, dass ich Euch auf meinem Rücken verspürte,
bemerkte ich, wie mich Satan am Gerippe berührte.
Es folgte ein Ziehen und ein Zerren bei jedem Schritt,
sodass ich Ängste um Euer Wohlergehen litt.

Schnick, schnack, Knappe.
Mein Hintern ist schon ganz wund,
reibt er doch stetig an deinem Hosenbund.
So muss ich mich belohnen
und von der Schmach erholen,
während du mit den Händen nach Satans Hölle schippst
und mir von des Teufels Talern meinen Anteil gibst.


© Martin Stumpf 2013

Martin Stumpf Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 2.091

30.12.2017 16:52
#3 RE: Einblicke Zitat · antworten

Wenn

Wenn ich doch nur könnte,
ich würde aufstehen und wegrennen,
aber meine Beine, sie zerren,
sie ziehen an mir.
Ich muss bleiben.

Springen und tanzen würde ich,
doch meine Beine sind angewurzelt.
Fliegen würde ich,
hinaus in die Weiten, in ferne Länder.
Ich muss bleiben.

Wald und Wiesen würde ich besuchen,
über Pferderücken schweifen.
Dahingleiten wie ein Vogel,
so hoch, dass ich die Sterne auch bei Tag sehen kann.
Doch leider,
ich muss bleiben.

„Hey du, ja du, Spaziergänger, schau mich an, hilf mir, hol dir einen Hammer und schlag mich kurz und klein!
Wirf mich dann in einen Bach, so sehe ich vielleicht die Welt mit Augen, bevor mir die Fäulnis nimmt mein letztes Brett.“


„Vergiss es, Junge, du bist eine Bank, meine Beine sind auch schwerkrank, drum setze ich mich nieder und ruh mich aus, danach geh ich wieder.“

Ich bin eine von vielen und dennoch verloren in meiner Welt der Einsamkeit.
In dieser Welt bin ich gefangen, muss stehen für immer an jenem Ort.
Ich muss bleiben.

Seht sie euch an die arme kleine Bank,
weint und flennt.
Ist des Hierseins müde,
erkennt nicht ihr wahres Glück.
Wir Bäume stehen hier seit zweihundert Jahren, mussten mit ansehen, wie sie gebaut, aus dem Holz unseres Vaters Stamm.
Doch nie haben wir die Tränen verloren, sehen wir doch Tag und Nacht, wie das Leben mit uns neu erwacht.
Wir bleiben.

von - Martin Stumpf 2011

Martin Stumpf Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 2.091

30.12.2017 16:55
#4 RE: Einblicke Zitat · antworten

Im Liebestaumel

Oh mein wundervolles Glück,
wann kommst du zu mir zurück?

Auf Wolke sieben schweb ich hier,
wenn ich aufs neue deine Liebe spür.
Mein Herz es pocht, es schlägt sehr laut,
wenn du mein Glück auf das Herze schaust.

Ich hör so gern das Lied erklingen,
wenn wir die Liebesmelodie erbringen.
So bin ich trunken, vom Laut der Klänge,
wenn unsere Hymne sich zieht in die Länge.

Doch schmerzt es mich, dich ziehen zu sehen,
wenn du befreit vom Seelenballast willst gehen.
So weint mein Herz und hungert auf den Morgen,
wenn du mein Glück entblößt erneut deine Sorgen.

Oh mein wundervolles Glück,
wann kommst du zu mir zurück?



© Martin Stumpf 2013

Erschienen am Samstag den 2. März 2013 in der Oberhessischen Presse

Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Die Kinder vom Deisterbahnhof - von Claus Beese
Erstellt im Forum Literatur allgemein (Belletristik, usw.) von Petrusautor
0 30.04.2018 16:19
von Petrusautor • Zugriffe: 32
Rezension - Am Ende war die Tat
Erstellt im Forum Literatur allgemein (Belletristik, usw.) von Jutta
0 19.01.2014 16:41
von Jutta • Zugriffe: 203
Die Kinder vom Deisterbahnhof - Eine Kindheit in Bennigsen
Erstellt im Forum Literatur allgemein (Belletristik, usw.) von Petrusautor
18 20.06.2013 08:36
von Petrusautor • Zugriffe: 1539
Buchautorin hält Lichtbild-Vortrag in Worms
Erstellt im Forum Motorboote von Beluga
0 21.01.2010 14:40
von Beluga • Zugriffe: 246
 Sprung  
Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor