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Ich weise aber aus gegebenem Anlass darauf hin, dass jeder Interessent sich vorab im Netz über
Druckkosten-Zuschuss-Verlage (DKZV) informieren sollte, die lediglich darauf abzielen, für viel Geld
die Träume mancher Jungautoren zu verwirklichen. Sie haben mit "echten" Verlagen nichts zu tun.


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und wurde 178 mal aufgerufen
 Literatur allgemein (Belletristik, usw.)
DODI-Skipper Offline

Admin


Beiträge: 328

09.02.2009 11:35
Rezension: Frank Schätzing, Tod und Teufel Zitat · antworten

Frank Schätzing : Tod und Teufel
ISBN-10: 3-442-45521-6 ISBN-13: 978-3-442-45531-7
Goldmann Verlag

Ein historischer Roman mit 501 Seiten, dessen Handlungsort Köln im Jahre 1260 ist. Wer Geschichte liebt, sie aber bisher nicht verstanden hat, der ist hier richtig. Schätzing beschreibt sehr ausführlich die geschichtlichen Zusammenhänge zwischen Klerus und Patriziern. Er zeichnet ein Weltbild der Macht, dass eigentlich in seiner Klarheit nichts zu wünschen übrig lässt, aber durch weitausschweifende Erklärungen manchmel zum Gähnen verführt und das Ziel, geschichtlichen Hintergrund zu dem Mord am Kölner Dombaumeister zu liefern, gelegentlich aus den Augen verliert.

Gut recherchiert, sehr gründlich und tief in die Stadtgeschichte Kölns eingedrungen und anhand alter Stadtpläne eine Geschichte erzählt, die man beinahe mit dem Finger auf der Landkarte nachverfolgen kann. Leider ergeht er sich dabei zu oft in Beschreibungen winzigster Details, die dem Fortgang der Geschichte nicht dienlich und eigentlich überflüssig sind. Auch liebt er endlose erklärende Dialoge, die oft genug zu recht überraschenden Ergebnissen führen, in ihrer Monotonie jedoch schwer zu lesen sind. Man ist geneigt, sich die eine oder andere Seite dieses Buches über die Vorläufer des "Kölschen Klüngels" zu schenken.

Die wirklich spannenden Aktionen lesen sich einigermaßen flüssig, haben aber durchweg stets den erklärenden Charakter eines Kölner Taxifahrers, der einem den Weg detailgenau erklärt. Man kennt sich nach der Lektüre des Buches fast besser in der Stadt aus, als ein echter Kölner.

Im Laufe des Buches werden ganz langsam die Verquickungen der Macht offengelegt, Interessen und Interessenkonflikte aufgezeigt, so dass man am Ende nicht wirklich überrascht ist, als das Komplott aufgedeckt wird und "der Held" des Romans dann doch wie der einsame Cowboy in den Sonnenuntergang reitet. Eher verärgert über die fadenscheinige Ausreden des Hauptakteurs, der seine Chance, vom heimatlosen Straßenräuber, Bettler und Gaukler zu einem ehrbaren Bürger Kölns aufzusteigen und eine gute Frau zu ehelichen, hoffnungslos vertut und sich lieber zur Flucht wendet.

Fazit: Zu detailiert, langatmig, gelegentlich spannend, alles nett erzählt, unbefriedigend weil das Ende relativ offen bleibt.
Auf keinen Fall "Höllisch gut und teuflisch spannend!", wie der Kölner Stadt-Anzeiger schon auf der Titelseite zitiert wird.

Segle, wohin der Wind Dich treibt, und geh vor Anker, wo es Dir gefällt.
DODI-Skipper Claus

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