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Leider habe ich keinen Einfluss auf die am rechten Bildrand eingeblendete Google-Werbung.
Ich weise aber aus gegebenem Anlass darauf hin, dass jeder Interessent sich vorab im Netz über
Druckkosten-Zuschuss-Verlage (DKZV) informieren sollte, die lediglich darauf abzielen, für viel Geld
die Träume mancher Jungautoren zu verwirklichen. Sie haben mit "echten" Verlagen nichts zu tun.


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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 76 mal aufgerufen
 Allgemeines
Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.842

16.02.2013 09:55
Zensur von Büchern und der Deutschen Sprache Zitat · antworten

Was wurde in den letzten Wochen nicht kontrovers diskutiert über die politisch korrekte Wortwahl in Kinderbüchern?

Der Thienemann Verlag in Stuttgart durchforstet, mit Einverständinis von Autor Otfried Preußler, das Kinderbuch "Die kleine Hexe". Begriffe wie "Negerlein", "Schuhe wichsen" und viele andere "Nogoes" sollen aus dem Buch getilgt werden. Begründung: Sie seien nicht mehr zeitgemäß.
Schon vor Jahren fiel im Verlag Friedrich Oetinger die Neuausgabe von "Pippi Langstrumpf" der Zensur anheim, das Wort "Negerkönig" wurde durch "Südseekönig" ersetzt. Nun ja, eher eine geografische Betrachtung, denn in der Südsee gibt es ja nicht so sehr viele Negerstämme. Doch nein, auch hier schlug die "political correctness" zu.

Fast ebenso hitzig wird über die Abschaffung des traditionsreichen Negerkusses debattiert. Ist es korrekt oder eher unsinnig, den althergebrachten Negerkuss oder Mohrenkopf nun als schokoglasierte Schaumwaffel bezeichnen zu wollen?
In meinen Augen höherer Blödsinn.
Ach, wenn es denn so einfach wäre, könnte man doch auch alle Dritte-Reich-Themen streichen. Weg damit, ist überholt, hat ausgedient, darf nie gewesen sein. Genauso falsch!
Ein Stück Kulturgeschichte geht damit verloren, wird ganz bewusst negiert und zerstört. So, als habe es das alles nie gegeben. Das ist falsch!

Wäre es da nicht auch angebracht, die ganzen Bücher, in denen solche Ausdrücke der Zensur anheim fallen, ganz aus der Welt zu verbannen? Autoren, die ohne nachzudenken solche schlimmen Worte benutzten, damit ebenfals abzustrafen? Und sei es nur posthum.

Hier würde man eher den wiehernden Amtsschimmel vermuten, als den gesunden Menschenverstand von Verlegern, von denen man erwarten sollte, dass sie voller Stolz Bewahrer und Archivare kulturgeschichtlicher Vorgänge, auch der Sprache, sind.
Ich meine, die bösen Gedanken entstehen nicht durch das Lesen bestimmter kulturgeschichtlicher Ausdrücke, es kommt immer darauf an, was man damit verbindet. Worten eine neue Bedeutung zu geben, ihr "Image" zu verändern, scheint viel schwieriger zu sein, als sie einfach aus dem Sprachschatz zu streichen.
Auch ein "Sprachschatz" ist Kultur, und wenn man ihm einige Taler raubt, beraubt man ihn der Vielfalt und seines Wertes.

-------------------------------
Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

Jutta Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 1.029

13.05.2013 08:42
#2 RE: Zensur von Büchern und der Deutschen Sprache Zitat · antworten

Im Gewissen Sinne finde ich es sehr ok, dass man nicht mehr Negerkuss oder der gleichen "sagen" oder schreiben darf.
In der Anwendung bei Dialogen, darf es wohl noch so sein.
Schoko-Kuss ist für mich ein angenehmer Name für die süße Nascherei.
Und ob nun Südseekönig oder wie auch immer, den Kindern dürfte dies sicher recht egal sein, Hauptsache, die Geschichten sind spannend.
Übe die deutsche Sprache und ihren Sinn lässt sich ohnehin immerzu streiten, ist wie mit der Politik.
Wenn ich an den Deutschkurs denke, dann frage ich mich immer, ob es nicht mehrere Kurse geben sollte, denn in dem ich zurzeit bin, sind die meisten Leute eher noch am Anfang, d. h. sie haben als Muttersprache eine andere, oder brauchen es für ihren Beruf. In dem Punkt ist die VHS ein wenig zu lasch für meinen Begriff. Ich meine man könnte die Kurse staffeln, in dem man Anfänger, Fortgeschrittene und Fachleute voneinander trennt. So ist es mir einfach zeitweise zu langweilig, mache es zwar mit, ABER nicht mehr so gerne.

Klaus-Dieter Welker Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 1.976

13.05.2013 09:27
#3 RE: Zensur von Büchern und der Deutschen Sprache Zitat · antworten

Mir ist die "politische Korrektheit" ziemlich schnuppe. Sprache ist gewachsen, hat ihre Eigen- und Widersprüchlichkeiten, ihre liebenswerten und ihre überdenkenswerten Seiten.
Sollte ich meine Protagonisten nur noch nach dem Duden und nach dem ollen Knigge schwätzen lassen? Dann könnte ich auch Gesetzestexte schreiben. Hin und wieder sind auch diese spannend und interessant - aber zumeist interessiert es keine Sau. Mal davon abgesehen, dass sie kaum einer versteht.
Sprache muss schillern. Sie muss Bilder wachsen lassen, die vor dem inneren Auge zur Realität werden. Und die Realität ist nun nicht einmal immer "korrekt". Nee, ohne mich.
"Negerküsse" - was ist daran falsch oder diskriminierend? Vor ca. 20 Jahren habe ich am Welt-Jamboree der Pfadfinder teilgenommen. Pfadfinder aus der ganzen Welt waren dort vertreten. An einer großen Jurte hing ein Schild: Negerküsse 10 Pfennige. Eine lange Schlange verfressener Pfadis hatte sich dort aufgestellt. Und da ich auch kein Kostverächter bin, stand ich mittendrin. Mit klimpernden 2 Mark in der Tasche. Das Lagerfutter hatte mich bis dahin nicht so ganz überzeugt.
Als ich an der Reihe war und die Jurte an der Vorderseite betrat, wurde ich von einem hünenhaftem Schwarzen mit breitem Grinsen empfangen. Die Kohle wechselte den Besitzer - und schon fing der Kerle an mich abzuschlabbern. Er hat mir für mindestens 1,20 das Maul abgeleckt, bis ich die Flucht ergreifen konnte. Die 80 Pfennige Trinkgeld habe ich gerne geopfert.
Es war eine Jurte der Amis - und die Jungs kamen aus Harlem. Sie sahen in "Negerküssen" keinerlei beleidigende Bedeutung und machten sich einen Spaß daraus, ihre Lagerkasse mit diesem Scherz auf zu bessern.
Alte Wörter verschwinden oder ändern ihre Bedeutung oder Wesensinhalt. Das ist schade. Sie werden ersetzt durch Anglizismen; das ist bescheiden. Also: ich pfeife auf politische Korrektheit. Vor allem auf das "politisch".

Jutta Offline

Forengott / Forengöttin

Beiträge: 1.029

13.05.2013 09:39
#4 RE: Zensur von Büchern und der Deutschen Sprache Zitat · antworten

Klaus-Dieter, in dem Sinne deines Beitrags, gebe ich dir vollkommen recht.
Wie soll die Fantasie des Autors beflügelt werden, wenn im vorgeschrieben wird, wie er was zu schreiben hat. Der Leser kann selbst entscheiden, ob er das dulden mag oder nicht.
Ansonsten finde ich es ok, dass es einen Duden geben sollte und das man auch neue Worte finden kann, aber wir Autoren sollten versuchen hartnäckig zu bleiben und uns von diesen Wortstreithähnen nicht beeinflussen lassen, oder?

Was meinen die anderen dazu?

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