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die Träume mancher Jungautoren zu verwirklichen. Sie haben mit "echten" Verlagen nichts zu tun.


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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 207 mal aufgerufen
 Kajak, Kanu, Schlauchboote
Anita K-M Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 1.729

26.02.2015 18:11
Das letzte Rennen Zitat · antworten

Drachenbootsport

Die genormten Boote im Drachenbootsport sind, ohne Kopf und Schwanz, 12,49 m lang und 1,16 m breit. Die Besatzung besteht aus 20 Paddlern, die paarweise, hintereinander in Fahrtrichtung, auf schmalen Bänken sitzen. Am Heck steht der Steuermann, der die wichtige und schwierige Aufgabe hat das Boot, mittels Langruder, auf Kurs zu halten und das Gleichgewicht auszubalancieren. Im Bug ist die große Trommel befestigt. Dort sitzt der Trommler mit Blick auf die Besatzung und gibt den Takt der Schlaggeschwindigkeit, die die beiden ersten Paddler im Boot vorgeben, an den Rest der Mannschaft weiter. Gepaddelt wird mit Stechpaddeln aus Kunststoff, Holz oder Carbon. Ein vollbesetztes Drachenboot wiegt über 2.000 kg. Zu wichtigen Ereignissen, wie z.B. einem Rennen, werden Drachenkopf und ein gezackter Schwanz am Boot befestigt.
Die Geschwindigkeit, mit der solch ein Boot unterwegs ist, ist nicht so sehr von der Kraft des Einzelnen abhängig, sondern vom Gleichklang und der Harmonie des Teams.

AHOI!


Das letzte Rennen
von Anita Koschorrek-Müller

Wir sitzen alle in einem Boot. Der Steuermann hat die Plätze verteilt und entschieden, wer in der vordersten Reihe, dem Schlag, paddelt. Das Gewicht ist austariert, das Boot liegt gut im Wasser. Der strahlend blaue Himmel, der sich zu Beginn des Rennens über das Flusstal spannte, ist unter einer dicken Wolkendecke verschwunden. Nieselregen hat eingesetzt.
Lockeres Paddeln zum Aufwärmen und dann geht es an den Start. Fünf Drachenboote haben sich nebeneinander aufgereiht. Wir konnten uns für dieses letzte, entscheidende Rennen qualifizieren. Das ist mehr, als wir zu hoffen gewagt hatten. Über Megafon erteilt der Starter Anweisungen: „Boot 2, drei Schläge vor! Boot 3“, das sind wir, „zwei Schläge zurück!“
Nervös peitscht unser Drache seinen gezackten Schwanz durchs Wasser. Ruhig Drache, ruhig! Nach der langen Winterpause ist Draco heute endlich wieder zum Leben erwacht und schnuppert Wettkampfluft. Es wird still in den Booten. Volle Konzentration! Die Startphase ist enorm wichtig. Es kann sein, dass in diesen wenigen Sekunden bereits das Rennen entschieden wird. Unzählige Male haben wir den Start in den letzten Wochen geübt, fünf kräftige Schläge, zehn kurze und dann die Streckenschläge, lang, lang, ...
Alle warten auf den Startschuss!
Das Signal des Starters ertönt: „Are you ready? Attention! PENG!!!“
Hundert Stechpaddel tauchen tief ins trübe Flusswasser, ziehen mit Anriss druckvoll durch, um in weniger als einer Sekunde wieder einzutauchen. Zack! Zack! Zack!
Jede Mannschaft versucht ihr zentnerschweres Boot in Bewegung zu setzen, sich dem Gesetz der Trägheit entgegen zu stemmen.
Die Trommlerin schlägt den Takt und feuert uns an, brüllt aus vollem Hals: „Eins, zwei, drei, vier, ... Weiter so! Strengt euch an!“ Der Steuermann steht hinten im Boot, das Langruder fest in der Hand und seine Mannschaft im Blick. Boot Nummer 2, zur Rechten, die Mannschaft in den leuchtend blauen T-Shirts, bricht aus, warum auch immer, und kommt uns gefährlich nahe. Kurzes Touchieren der Paddel, dann gelingt es unserem Steuermann uns aus der Gefahrenzone zu lotsen. Weiter geht's mit langen kräftigen Schlägen. Boot 4, ein rotes Boot mit schwarzer Flagge am Heck, schiebt sich an uns vorbei, Meter um Meter. Boot 2 hat seinen Rhythmus noch nicht wieder gefunden und fällt zurück.
„Weiter so! Boot liegt gut!“, ruft der Steuermann. In absoluter Übereinstimmung tauchen die Paddel ins aufgewühlte Wasser. Im Bauch des Drachen pulsiert die Energie und die Kraft der zwanzig Paddler, die zu einer Einheit verschmelzen und das Boot vorantreiben, verbunden durch den Willen gemeinsam zu siegen.
„Lang! Lang!“ schreit die Trommlerin. Es ist wichtig, dass sich der Abstand zu Boot 4 nicht vergrößert. Das monotone Bumm, Bumm der Trommel gibt die Schlagzahl der ersten beiden Paddler vorn im Boot weiter. Die Mannschaft keucht, die Arme erlahmen,
„Reißt euch zusammen“, brüllt die Trommlerin. „Die kriegen wir!“
Wir liegen gleichauf mit Boot 1, doch das erkennt nur der Steuermann. Die Mannschaft schaut weder rechts noch links, sie paddelt was das Zeug hält. Der zweite Platz scheint sicher, wenn wir nicht einbrechen und die Schlagzahl halten können.
Die Trommlerin schreit sich die Seele aus dem Leib. „Zieh! Zieh! Lang! Lang! Nicht nachlassen!“
Der Himmel hat seine Schleusen geöffnet, aber das ist egal. Klatschnass sind wir sowieso. Wir kämpfen weiter, mobilisieren die letzten Reserven. Jetzt ist nur noch das rote Boot vor uns, dessen schwarze Flagge am Heck, verdammt noch mal, nicht näher kommt. Wir erhöhen die Schlagzahl. Draco mag es nicht hinterher zu paddeln, und folgt zornig dem roten Boot, auf dessen schwarzer Flagge am Heck ein leuchtend rot-oranger Drache uns hämisch angrinst. „Flieg, Draco! Flieg!“
Schnaubend setzt er nach und seine Wut lässt den Bauch des Bootes vibrieren. Wir kämpfen uns heran, Zentimeter um Zentimeter. Die schwarze Flagge ist fast zum Greifen nahe, als wir das Ziel erreichen. Wir schaffen es!
Ein lautes Hupen reißt uns aus unserer Euphorie. Das rote Boot hat die Lichtschranke am Zieleinlauf passiert. Sekunden später verkündet die Hupe, dass auch unser Boot das Ziel erreicht hat.
Die immense Anspannung fällt ab, durchschnaufen, die steifen Muskeln lockern. Ein unbeschreibliches Glücksgefühl breitet sich aus. Die Mannschaft jubelt. Wir sind hocherfreut über unseren zweiten Platz und jeder in der Mannschaft ist stolz, dass er seinen „inneren Schweinehund“ während des Rennens niedergekämpft und nicht aufgegeben hat.

Der Steuermann wendet das Boot. Langsames Paddeln zum Steg. Wir legen an und booten aus. Unsere Trommlerin steigt von ihrem erhöhten Sitz am Bug des Drachenbootes. Etwas steifbeinig steht sie auf dem hölzernen Steg, strahlt uns an und fragt mit heiser krächzender Stimme. „Und? War ich gut oder war ich gut?“
„Du warst klasse!!!“
Erschöpft und vergnügt klatschen wir ab und gehen triefnass mit unseren Paddeln in der Hand die Uferböschung hinauf. Ob es Flusswasser oder Regenwasser ist, das aus unseren Kleidern tropft, interessiert niemanden. Wir sind stolz auf unseren zweiten Platz!
An der Uferpromenade bleiben wir stehen und warten auf unseren Steuermann, der unseren Draco noch an die Leine legen muss.
Der Steuermann macht ihn am Steg fest und tätschelt ihm das Maul mit den großen, bedrohlich ausschauenden, spitzen Zähnen.
„Na, Draco, hat's Spaß gemacht?“
Draco zwinkert ihm zu, grinst, schließt die Augen, aber nur solange bis der Tag kommt, an dem es wieder heißt: „Are you ready? Attention! GO!“

Anita K-M Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 1.729

14.07.2015 22:04
#2 RE: Das letzte Rennen Zitat · antworten

... und manchmal kommt alles ganz anders ...

Anita K-M Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 1.729

21.08.2015 12:22
#3 RE: Das letzte Rennen Zitat · antworten
Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.843

21.08.2015 12:47
#4 RE: Das letzte Rennen Zitat · antworten

Na, dann mal Paddel frei. Das Wetter soll ja mitspielen. Viel Spaß!

-------------------------------
Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

Anita K-M Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 1.729

24.08.2015 16:15
#5 RE: Das letzte Rennen Zitat · antworten

Danke! Kann mich leider erst jetzt melden, da unser Festnetzanschluss und das Internet gestört waren.

Das Wetter hat leider nicht bis zum Schluss mitgespielt. Das letzte Rennen und die Siegerehrung fielen ins Wasser. Aber es war trotzdem ein schöner Tag!

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