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Faszination Wasser
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Petrus' Bücherladen

Leider habe ich keinen Einfluss auf die am rechten Bildrand eingeblendete Google-Werbung.
Ich weise aber aus gegebenem Anlass darauf hin, dass jeder Interessent sich vorab im Netz über
Druckkosten-Zuschuss-Verlage (DKZV) informieren sollte, die lediglich darauf abzielen, für viel Geld
die Träume mancher Jungautoren zu verwirklichen. Sie haben mit "echten" Verlagen nichts zu tun.


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 Allgemeines
Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.842

11.11.2009 23:30
Nachtangeln - öde oder unheimlich ? Zitat · antworten

Nachtangeln - öde oder unheimlich ?
Neulich unterhielt ich mich mit einem alten Klassenkameraden beim Griechen über die "guten, alten Zeiten", und er wollte wissen, ob ich noch immer angele.
"Klar, und seit wir das damals von allerlei schwimmenden Untersätzen probierten, bin ich darüber sogar noch zu einem Motorboot gekommen", erklärte ich. Er nahm einen Schluck Bier, sah mich offen an und meinte: "Angeln ist doch soooo langweilig, und in einem kleinen Boot zu hocken und auf seine Angelrute zu starren, ist doch nun der ödesete Vorgang überhaupt." Öde? Der Mann hatte keine Ahnung. Der hätte mal mit mir nachts unterwegs sein müssen, wenn andere Leute sich in ihrem warmen, sicheren Bett räkeln, und zwischen sich und der Welt da draußen eine feste Tür haben , die sie hinter sich abschließen können.
"Pass mal auf: Ich entnehme Deinen Worten, dass du noch nie eine Nacht in einem Boot verbracht hast. Wenn ich da an die vielen Nächte denke, in denen meine Freunde und ich auf den Nebenarmen der Weser unterwegs auf Aalfang waren...! Zur Schwärze des Himmels kam die unheimlich gurgelnde Schwärze des Wassers, geheimnisvoll, bedrohlich...

Alles, was außerhalb des kleinen Lichtkreises unserer Petroleumlampe war, ließ sich nur ahnen. Schaltete man die Taschenlampe ein, so funkelten einen tausend Augen aus der Dunkelheit an, und du wusstest nicht, ob sie zu einem Fleischfresser oder friedlichen Lebewesen gehörten. Merkwürdige Dinge geschahen unter dem Boot. Leises Klopfen entlang des Rumpfes, merkwürdige Schleifgeräusche, und genau vor dir taucht ein riesiges Büschel Gras oder Schilf auf. Du nimmst deine Rute auf, weil es nicht in deiner Schnur hängen bleiben soll, da siehst du in dem fahlen Licht der Lampe einen Stiefel verkehrt herum in dem schwimmenden Gras stecken. Und eigentlich möchtest du nicht wissen, ob da noch etwas unter und in dem Stiefel steckt...

Oder du möchtest den Anker lichten und ziehst und ziehst, aber etwas hält dich fest. Selbst der zäheste Schlick kann dich nicht so halten und du zerrst an der Leine und vor dir taucht etwas riesiges, dunkles aus dem Wasser, und es ist an deiner Ankerleine. Du schreist, du schüttelst dich, du lässt die Leine los und das Furchtbare versinkt gurgelnd in der Tiefe. Erst nach einer halben Stunde traust du dich erneut, die Leine ins Boot zu ziehen und der Anker folgt willig und ohne zu haken....
Eine Nacht verbrachten wir auf unserem Boot am heimatlichen Steg. Ich wurde wach, weil etwas rhytmisch von unten gegen das Boot schlug. Mit einer starken Lampe leuchtete ich die Umgebung des Bootes ab, da ich annahm, es sei ein Baum oder Holz, das sich unter Steg und Boot verfangen hatte. Mit einer Stange versuchte ich unter dem Boot zu ertasten, was da so klopfte. Ich fand... nichts! Ich legte mich bäuchlings auf den Steg und leuchtete in das düstere Wasser und schaute direkt in zwei Augen! Sie sahen mich an , kalt , tot, unwirklich! Sie konnten einem Reh oder Schaf, einer Kuh oder was auch immer gehören, und bevor ich mich entschließen konnte, das tote "Was auch immer" mit einem Strick zu sichern, verschwand es in der Tiefe und das Klopfen hörte auf.

Ein brennendes Boot trieb eines Nachts mit der Flut den Fluss herauf, trieb quer vor unseren Steg und setzte zwei Boote und den Steg in Brand. Wir konnten die Boote retten, der Steg wurde beschädigt, die brennende Yacht brannte völlig aus. Als man sie bergen wollte, fand man achtern eine Leine, die ins Wasser hing. Daran , im Wasser treibend der Skipper, der sein Boot angezündet und sich selber erschossen hatte.
Ich könnte dir noch ein paar von diesen "öden" Gute-Nacht-Geschichten erzählen, aber natürlich hast du recht: wann passiert einem das schon mal? "

Die Augen meines gegenübers waren groß geworden. Mit starrem Blick sahen sie mich an. Sein Mund war weit geöffnet, die Härchen an seinen Armen hatten sich aufgestellt und auch sein Kopfhaar schien fülliger geworden zu sein. Lag es daran, dass ihm die Haare zu Berge standen? Er schluckte trocken, setzte sein Glas Bier an die Lippen und trank es in einem Zug aus. Dann wanderte sein Blick zum Fenster und hinaus in die Dunkelheit.
"Ich glaube, ich fahre mit dem Taxi nach Hause", murmelte er.

********************

Dies war ein kleiner Rückblick auf Geschichten, die in meinen Büchern enthalten sind. Für die Angler empfehle ich folgende Titel:
Wasser, Fische und Agenten (im Handel nicht mehr erhältlich, beim Autor, also bei mir, über die Internetseite zu bekommen)
Vom Angelkahn zur Motoryacht , ISBN 9783866750777, Mohland Verlag, im Buchhandel, beim Verlag, beim Autor erhältlich
Petrus' starke Truppe, ISBN 9783866751002, Mohland Verlag, im Buchhandel, beim Verlag, beim Autor erhältlich

Für die Bootsfahrer unter den Anglern seien auch diese Bücher erwähnt:
Voll voraus, DODI, ISBN 9783866750210, Mohland Verlag, im Buchhandel, beim Verlag, beim Autor erhältlich
Bin ich Segler, oder was?, ISBN 9783866750487, Mohland Verlag, im Buchhandel, beim Verlag, beim Autor erhältlich
Bei Thor und Odin, ISBN 9783866750968, Mohland Verlag, im Buchhandel, beim Verlag, beim Autor erhältlich

Vielleicht könnte hier noch jemand von Euch etwas Unheimliches vom Nachtangeln erzählen, von der unheimlichen, mondbeschienen Wasserfläche, aus der plötzlich Dinge auftauchen, die man eigentlich gar nicht sehen wollte? Passiert es doch öfter, als man tagsüber zugeben möchte? Bin gespannt.

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Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

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