Leider habe ich keinen Einfluss auf die am rechten Bildrand eingeblendete Google-Werbung.
Ich weise aber aus gegebenem Anlass darauf hin, dass jeder Interessent sich vorab im Netz über
Druckkosten-Zuschuss-Verlage (DKZV) informieren sollte, die lediglich darauf abzielen, für viel Geld
die Träume mancher Jungautoren zu verwirklichen. Sie haben mit "echten" Verlagen nichts zu tun.
Heute in der Beilage "Weserstrand" vom Weser-Sonntagskurier: Der 100 Zeilen Roman
Segeln auf der Weser Von Claus Beese Lange bevor ich meinen Fuß auf etwas Schwimmendes setzen konnte, war ich schon Bootsbesitzer. Gerade nach Bremen gezogen, sollte ich eingeschult werden. Mir war nicht klar, wozu das gut sein sollte, denn es stand fest, dass ich Kapitän werden wollte, oder Fischer oder Pirat. Jedenfalls musste es mit Wasser zu tun haben. Die Weser in Bremen zog mich magisch an und ich liebte es, ihre Ufer zu entdecken. Unweit vom Liegeplatz des Segelschulschiffes Deutschland, fast mitten in der Stadt, lag am Ufer ein Boot. Oder zumindest das, was die Zeit davon übrig gelassen hatte. Ein altes hölzernes Schiffchen mit einer Kajüte, ohne Motor und mit vielen Löchern im Rumpf. Das hielt mich nicht davon ab, mit ihm die Weltmeere zu bereisen. Ich fuhr auf Kabeljau- und Heringsfang in die Nordsee, als „Claus von Bremen“ unternahm ich abenteuer-liche Kaperfahrten mit dem berüchtigten Piraten Klaus Störtebeker, und als der Luxusdampfer „Bremen“ am stadtnahen Weserbahnhof anlegte, wurde ich Kreuzfahrtkapitän. Jahre später segelte ich mit einem Bekannten auf seinem Schiff mit. Ich wohnte im Bremer Norden, dort, wo eine Schiffswerft neben der anderen lag, wo einfache aber nette Menschen wohnten und arbeiteten, die sich in ihrer Freizeit ihre Segelboote selber bauten. Über das Angeln war ich zum Bootseigner gewor-den, besaß ein kleines Ruderboot mit einem Außenbordmotor. Die Fische in der Weser schreckten zusammen, wenn ich ihn startete. Es bedeutete regelmäßig das Ende für einige ihrer Artgenossen. Mein Freund Kuddel konnte gut mit meinen Eltern und überredete sie, mich mit ihm am Wochenende einen Törn nach Bremerhaven machen zu lassen. Mit einem Motorboot umgehen konnte ich, aber vom Segeln verstand ich nichts. Kuddel war ein guter Segellehrer. Ein raumer Südwestwind trieb uns mit schneller Fahrt dem Meer entgegen. Bis zur Mündung der Hunte, die aus dem Oldenburgischen kam, kannte ich die Strände wie meine Westentasche. Dann kam Brake mit seinen wirklich großen Seeschiffen in Sicht. Die sandigen Ufer endeten und die Hafenstadt zwischen Bremen und der Wesermündung zeigte ihr industrielles Gesicht mit Kaianlagen, Kränen und Silotürmen. Schlepper, Boote und eine Fähre wuselten hin und her, bahnten sich einen Weg durch die vielen Binnenschiffe, die den Strom hinauf und hinunter fuhren. Und wir unter Segeln mittendrin. Frachter lagen an der Midgardpier, der Umschlagsanlage in Nordenham. Große Tanker löschten ein Stück weiter flussabwärts in Blexen ihre Ladung in die ebenso riesigen Lagertanks an Land. Die Weser wurde immer breiter, und kurz vor Bremerhaven warteten die Seeschiffe, die noch nicht an den Kais abgefertigt werden konnten auf Blexen-Reede, dem Parkplatz für Schiffe mitten im Fluss. Nach dem Ochsenhals, der letzten Weserkurve, sprangen die Ufer weit auseinander, das Wasser schmeckte salzig und das Geschrei der unzähligen Möwen klang heiser. Der Wind fasste voll in die Segel und trieb uns trotz auflaufender Flut weiter hinaus, vorbei an den belebten Hafenanlagen und der Columbuskaje, dem Bahnhof am Meer. „Ab hier regieren Neptun und der Klabautermann.“ Kuddel blickte mich prüfend an. „Wollen wir noch weiter?“ Ich hatte bemerkt, dass er schon alles für eine Wende vorbereitet hatte und sein Hinweis, dass wir nunmehr im Begriff waren, vom Fluss aufs offene Meer zu wechseln, ließ mich seinen Entschluss teilen. „Ach, Kuddel“, willigte ich darum ein, „nach Tahiti und Samoa schaffen wir es heute doch nicht mehr und die Dusche auf Helgoland ist auch nicht erstrebenswert. Also, lass uns umdrehen und im Geestehafen übernachten. Die Weser ist auch ganz schön und die Welt erkunden wir dann nächstes Wochenende.“
------------------------------- Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken. Petrusautor Claus