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die Träume mancher Jungautoren zu verwirklichen. Sie haben mit "echten" Verlagen nichts zu tun.


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und wurde 57 mal aufgerufen
 Strasser, Ruth
Ruth S Offline

Forengott / Forengöttin


Beiträge: 664

09.07.2018 08:46
Veröffentlichte Gedichte Zitat · antworten

Folgende Gedichte wurden bereits veröffentlicht
Auflistung nach Erscheinungsjahr



Vom Himmel

Vom Himmel pflückte ich nachts einen Stern,
ich sah ihn am Firmament, er schien so fern.
Er war der funkelndste Stern von allen,
darum fand an ihm ich großen Gefallen.

Einen Sonnenstrahl pflückte ich am Tag,
als kein Wölkchen die Sicht zur Sonne verbarg.
Auf Moos gebettet lag ich an dem Tag ganz weich.
auf der Blumenwiese am Seerosenteich.

Vom Mond pflückte ich im Schlaf ein wenig Sand
und ein paar Steinchen, die ich dort fand.
Seit ich pflückte Sand, Strahl und Stern,
scheint mir das Universum nicht mehr so fern.

Es strahlt mit seinem glänzenden Schein
in jeden Winkel meiner Seele hinein.
Mir ist als wolle das Weltall mir sagen:
"Die Welt ist hell, auch an trüben Tagen."

©R.Strasser, 2017

Aus dem Buch der "Frankfurter Bibliothek"

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Im Mondenschein

Die Weihnachtszeit, sie ist gekommen,
wie schnell ist doch das Jahr zerronnen.
Wohin man auch schaut, es ist soweit,
Weihnachten macht sich ringsum breit.

Es riecht nach Schnee, es weht der Wind,
wie einfach doch die wahren Dinge sind.
Am Mittag zu den Häuschen schlürfen,
in Kinderschuhen, die zu groß sein dürfen.

Zum Weihnachtsmarkt geht’s, er lockt Kinder an,
die hängen wie die Trauben an den Mamas dran.
Lecker duftet es nach Crepes und Mandeln,
dieser kann die wildesten Kinder verwandeln.

Die Mamas werden gezerrt von hier nach dort,
wenn man nicht aufpasst, sind sie fort.
Also packen sich beide fest an der Hand,
unsichtbar ist stets Ihr inneres Band.

Es wird gerochen und geschaut,
die Lädchen scheinen so vertraut.
Nach langem Bummeln kehren sie heim,
mit Spielzeug und Mandeln im Mondenschein.

©Ruth Strasser, 2016

Aus dem Buch "Die Magie der Weihnachtsmärkte"

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Ist das der Nikolaus

"Mama, ist das da der Nikolaus?"
Das Kind einer Frau schaute mich an.
Nein, ich war auch nicht Santa Claus,
an mir war nicht viel lausiges dran.

Mein Mantel war schwarz mit weißem Kragen,
und ich trug keinen Bart in meinem Gesicht.
Das Mädchen begann gleich weiter zu fragen,
denn Sie war auf ein Geschenk von mir erpicht.

"Nein, das ist nicht der heilige Bischof,
die Frau hat keine Geschenke für dich."
Das fand das Mädchen sicher ziemlich doof
und schaute mit seltsamem Blick auf mich.

Ho, ho, ho, murmelte ich dann vor mich hin,
und kam aus dem Grinsen nicht mehr heraus.
Die beiden kommen mir jedes Jahr in den Sinn,
drum bleib an Nikolaus ich seitdem zu Haus.

©Ruth Strasser, 2016

Aus dem Buch: "Die Magie der Weihnachtsmärkte"

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Die Perle

Auf des Meeres tiefem Grund
lag zeitlos gebettet in Sand,
einer Taucherin hübscher Fund,
eine Muschel, die Sie dort fand.

Behutsam barg Sie diese gleich
und bracht sie in ihr Heim.
Sie fand die Perle und war reich,
an Geld und auch im Sein.

Solch Schönheit rührte Sie gar sehr
und gab gut auf diese acht.
"Diese geb ich nicht mehr her",
und streichelt diese sacht.

Die Kostbarkeit, sie lieget nun
in Seide blau wie`s weite Meer.
Das hübsche Rund, es darf dort ruhn,
die Taucherin gibt sie nie mehr her.

©Ruth Strasser,2014

Aus dem Buch "Dünen, sand und Meer"

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Aristokratische Blässe

Ich sonnte mich an einem Strand,
am Mittelmeer am Morgen.
Ich wollte keinen Sonnenbrand,
meine Haut macht mir sonst Sorgen.

Aristokratisch nannte ich die Blässe,
die des Körpers Zustand war.
Nackt sah ich aus wie ein Stück Käse
und roch wie auch ein solcher gar.

An diesem Morgen ist`s geschehn,
ich lag im Sand am Strand.
Ein Passant hattte mich gesehn
und stupste mich an der Hand.

Mit einem Fundstück, einem Ast,
stocherte er an mir sogar
ziemlich unsanft und mit Hast,
ob ich `ne Wasserleiche war.

Erschrocken schauten wir uns an,
die Tote war nun wach.
Geht nicht so nah an Leichen ran
und macht das bloß nicht nach.

©Ruth Strasser, 2014

Aus dem Buch "Dünen, Sand und Meer

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Tierisch

Wie die Affen sich inbrünstig lausen,
wie Delphine durch die Wogen brausen.
Wie die Vögel hoch fliegen ohne zu eilen,
wie Rehe scheu im Unterholz verweilen.

Manches Mal wäre ich gerne ein Tier,
doch bin ich ein Mensch und lebe hier.
Des Nachts im Schlaf kann ich vieles sein,
gleite voll Sehnsucht in den Traum hinein.

Als Äffchen schwinge ich mich an einen Baum,
wie grün ist doch solch ein Dschungeltraum.
Als verspielter Delphin gleite ich durch das Meer,
und genieße die Stille, hier ist`s menschnenleer.

Als Vöglein zwitschere ich am frühen Morgen,
den Menschen zu:“Lasst ab von den Sorgen.“
Als kleines Rehkitz, im tiefen Walde am See,
träum`ich auf der Lichtung im glitzernden Schnee.

©Ruth Strasser, 2014

Aus dem Buch "Einfach tierisch"

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Unsere Hündin Stincker

Wovon Sie grade träumt im Schlaf,
das wollt ich echt gern wissen.
Ob unser Hündchen jagd ein Schaf?
Sie knurrt ganz leis ins Kissen.

Woher Sie nur die Beine hat,
diese Frage ist berechtigt,
denn leider steht auf keinem Blatt,
wo die Mutter einst hat genächtigt.

Womit man Stincker locken kann,
ist Rinderhack mit Sauce,
dann lass ich Sie nicht nah heran,
an meine teure, weiße Hose.

Wozu lebt ein Hund im Haus,
ich weiß es nun seit heute.
Unsre Katze brachte eine Maus
und teilte mit Ihm die Beute.

Wovon mir auch gleich übel war,
ich wurgste so vor mich hin
und trank `nen Schnaps in der Bar,
weil ich empfindlich bin.

Wohin das wohl noch führen mag,
was Sie wohl noch bringen.
Ob ich Sie noch nen Tag ertrag,
was die schon alles fingen.

©Ruth Strasser, 2014

Aus dem Buch "Einfach tierisch"

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Der seltsame Fang

Mäuschen huschen in die Scheunen,
vor unsren Katzen die jetzt streunen.
Verstecken sich hinter alten Latten,
irgendwo hat es sicher dort Ratten.

Die Blätter im Herbst werden nie gefegt,
da im Winter ein Igel drin lebt.
Die Trauben lassen wir auch liegen,
für hungrige Vögel die zu uns fliegen.

Der tollste Hund auf der ganzen Welt,
ist unser kleiner Mischlingsheld.
Er hat schon Vögel gerettet vor Katzen,
die diese schon hatten in Ihren Tatzen.

Ein Sittich war nicht schnell genug,
unsere Katze sie im Mäulchen trug.
Ich holte etwas mit Federn heraus,
was war das für eine seltsame Maus.

Zum Glück ist er uns nicht gestorben,
was machten wir uns für große Sorgen.
Er bekam eine Freundin, die legte Eier,
im Winter vor der Weihnachtsfeier.

Das Lebendfutter für Katze und Hund
lebte noch lange und war kerngesund.
Es piepste und krächzte noch jahrelang,
Wir staunen noch heute, über diesen Fang.

©Ruth Strasser, 2014

Aus dem Buch "Einfach tierisch"

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Die Fee mit dem Röckchen

Entzückend sind sie anzusehen,
Kristalle aus Eis auf den Scheiben.
Ich habe den ersten Frost gesehen,
kann man Magie beschreiben?

Hauchfein bedeckt er Feld und Baum,
hüllt in Seide Land und Weite.
Es kommt daher ein Wintertraum,
in den ich sanft entgleite.

Es winkt von fern eine kleine Fee,
mit Zauberstab und Röckchen.
Sehr liebevoll reicht sie mir Tee
und ein Paar gewärmte Söckchen.

Ganz wohlig ist`s im Feenland,
der Traum ist voll mit Düften.
Lebkuchen, Zimt und allerhand,
liegen köstlich in den Lüften.

Das zarte Wesen reicht die Hand
und spricht:“ Komm, lass uns fliegen.
Wir reisen in das Türchenland,
in dem Adventsgeschenke liegen.“

Der Traum soll nie zu Ende gehen,
doch werd` ich leider wach,
es frieren wieder meine Zehen,
und die Röckchen-Fee, die lacht.

©Ruth Strasser, 2014

Aus dem Buch "Plätzchenduft und Tannengrün"

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Kein Baum

Meine Lichterketten holte ich aus dem im Keller,
sie gingen nicht an, es wurde nicht heller.
Vielleicht hatte sie mir jemand kaputt gemacht
und ist versehentlich darauf herumgetappt.

Jetzt funktionieren nur noch zwei Girlanden,
da die anderen den Tod in der Tonne fanden.
Nur zwei davon genügen mir nicht am Baum,
das finde ich nicht so schön anzuschaun.

Noch habe ich Zeit um mir neue zu kaufen
und im Bauhaus zielgerichtet herumzulaufen.
Mir graust es schon und mir kommt der Gedanke,
welch Reizüberflutung, ich lass es, nein danke.

Dann holen wir uns auch keinen Baum ins Haus,
es genügt zu feiern den heiligen Nikolaus.
Würde Weihnachten ohne Baum auch mal gehn?
Ob meine Tochter drum fleht, werd ich ja sehn.

Nein, dieses Mal werde ich mich durchsetzen,
weshalb jedes Jahr von neuem so hetzen?
Unter keinem Baum liegen keine Geschenke,
für die ich mir auch mein Gehirn nicht verrenke.

Hat man Kinder, bleibt das meistens nicht aus,
nein, denen genügt niemals nur der Nikolaus.
Wie war das damals, als klein ich noch war?
Na gut, die Blaufichte zahle ich dann in bar.

©Ruth Strasser, 2014

Aus dem Buch "Plätzchenduft und Tannengrün"

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Beim Weihnachtspunsch

Beim Rückblick auf die Kinderzeit,
zieht`s mich, vom Augenblick befreit,
den Ariadnefaden in der Hand,
in mein vergangenes Kinderseelenland.

Er führt mich zu Oma`s verbotenem Zimmer,
ich schau unter Ihr Bett, so wie immer,
Denn es naht wieder die Weihnacht,
ob`s Christkind mir diesmal die Puppe gebracht?

Noch heute, beim Gläschen Weihnachtspunsch,
denke ich an meinen Kinderwunsch.
Doch nie war in Christkinds Päckchen die Puppe drin,
ich geb sie frei, auch das ist der Weihnacht tieferer Sinn.

©Ruth Strasser, 2012

Aus dem Buch "Die Kinder vom Deisterbahnhof"

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Schlummergedanken

Wo Rehlein ruhen, das wolllte ich wissen.
Liegen sie im Wald, auf samtenen Kissen?

Wo Schmetterlinge mit ihrer Flügelpracht
getarnt verweilen in dunkler Nacht?

Wo weiße Täubchen die Äugelein schließen,
würde dort später der Friede sprießen?

Friedlich und sanft glitt ich in den Schlaf,
begleitet von meinem Lieblingsschaf.

Ruth Strasser, 2012

Aus dem Buch "Die Kinder vom Deisterbahnhof"

__________________________________________________!

Nun folgen im Internet veröffentlichte Gedichte !

__________________________________________________!



Die größte Bejahung

Die Liebe wohnt so tief in mir,
und weilt ganz weich und warm.
Bevor ich sie verschenke Dir,
nehm ich sie noch in den Arm.

Sie ist so tief und rot wie Blut,
nicht nur kleines Wort.
Oft lodert sie, ist heiß wie Glut
und trägt mich sanft hinfort.

Im Herzen ist die Liebe zuhaus,
da ist es wohlig, weich und warm.
Häufig schaut sie auch heraus
und nimmt Menschen in den Arm.

Zwei Herzen flammen manchmal auf,
wenn beide sich gefunden haben.
Vereint fliegen sie gen Himmel hinauf,
möchten sich endlos aneinader laben.

Die größte Bejahung die es gibt,
ist die Liebe auf der Erde.
Zeitlos führt sie jeden der liebt,
auf die höchsten Gipfel der Berge.

©Ruth Strasser, 2017

----------------------------------


Kunigunde

Kunigunde saß am See,
fand ihren Namen viel zu lang.
So ließ sie hinten weg das e,
was aber nicht viel besser klang.

Kunigund rief man sie nun, ohje,
doch noch immer war's zu lang.
So ließ sie hinten weg das d,
doch weiter sie um Fassung rang.

Ab jetzt rief Kunigun man sie,
doch kam auch das nicht wirklich an.
drum kürzte weiter ihren Namen sie
und probiert' ihn mit Gesang.

Das n, das mußte auch noch weg,
das Schicksal nahm seinen Gang.
Kunigu war zufriedener jetzt,
und ihr ward nicht mehr bang.

Doch nach Wochen dachte sie:
"Ich bin jetzt so nahe dran!",
und kürzte noch hinweg das u,
Doch was ist ein Kunig dann?

Was für ein blöder Name das doch war,
der hörte sich bescheuert an.
Das g war übrig, das war klar,
und Kuni hieß sie fortan.

Noch zwei Mal kürzte Sie das Wort,
und Schweiß von der Stirn ihr rann.
Nun ist sie eine alte Ku
und wundert sich, wie alles begann.

©Ruth Strasser, 2016

-------------------------------


Aufstand der Hühner

In einer großen Fabrik, da lebte ein Huhn,
das hatte kurz vor Ostern viel zu tun.
Liselotte legte Ihre Eier in einem fort,
drum wollte Sie schnell weg von diesem Ort.

Die Arbeitsbedingungen waren katastrophal,
Sie dachte, nur weg von hier, verdammt noch mal.
Eine Hühnergewerkschaft gab es leider keine,
Lotte wollte streiken, aber nicht alleine.

Sie trommelte die Leidensgenossinnen zusammen,
als Anführerin lief Sie gackernd von dannen.
Sie alle wollten endlich zurück zur Natur,
aber wo war denn der Ausgang der Halle nur?

Sie fanden Ihn und liefen hinaus auf das Feld
und beschlossen, fürs Legen wollen wir Geld.
Wir legen nicht länger umsonst die Eier,
erst Recht nicht für die diesjährige Osterfeier.

Dann wurde im Freien auch noch demonstriert,
manche Hühner marschierten sogar maskiert.
Nach der darauffolgenden Montagsdemonstration,
gab es immer noch kein Geld, so ein Hohn.

Eine Sitzblockade brachte Sie auch nicht weiter,
der Hungerstreik der Hühner half auch nicht, leider.
Hinter der Fabrik auf dem grünen Rasen,
sah man sie knabbern und hoppeln, die Hasen.

Die waren zufrieden mit Ihrer Gesamtsituation,
Liselotte dachte, was wissen die denn schon.
Zum Schluss gab es mit den Hühnern eine Einigung,
zuerst gab es eine kostenlose Reinigung.

Jedes Huhn bekam mehr Platz zum Körnchen picken,
und alle durften nach Wunsch ins Freie blicken.
Am Ende verzichteten Sie alle aufs Honorar,
das fanden die Hasen ganz schön sonderbar.

Doch schlussendlich hatten die Hühner es geschafft,
und sich in die Hühnerhaltung mit eingebracht.
So gackert und legt das Federvieh noch heute,
viele Eier für die kleinen und großen Leute.

©Ruth Strasser, 2016

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Der Specht

Ein Specht im Walde heftig klopfte,
am Baum, von dem viel Wasser tropfte.
Er klopfte viel und klopfte lang,
wünscht' sich lieber eigenen Gesang.

Noch heftiger hackte er, und laut,
wer hat ihm nur den Gesang geklaut?
Die Natur hatte mit Ihm kein Erbarmen,
sie hat's ihm nicht gegeben, dem Armen.

Einmal hämmerte er so intensiv,
bis ihm der Schweiß vom Kopfe lief.
Erschöpft stürzte er ab und landete weich
im Wald auf dem Laub unter der alten Eich.

©Ruth Strasser, 2016

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Wer stand hier

Stand hier ein Römer, wo ich sitz`?
Traf den etwa beim Pullern der Blitz?
Liegen unter unserem Tisch gar Leichen,
die im Verborgenen ruhn und nicht weichen?

Bei uns lebten früher tatsächlich Römer,
die waren vor dem Verwesen wohl schöner.
Man fand deren Geschirr und das liegt heut`
im Rathaus Museum ausgestellt für die Leut`.

Wie geht es unter uns wohl weiter?
Ritten hier die apokalyptischen Reiter?
Bestehen Dimensionen ohne Zahl unter mir?
Nichts wie weg, ich bleibe nicht hier.

Wo anders sieht es auch nicht besser aus.
Schon allein dran zu denken ist ein Graus.
Egal wo ich ab jetzt geh`oder steh`,
ich einen Horrorfilm vor mir seh`.

War ein Meuchelmörder hier am Werk,
oder tanzte dort um ein Feuer ein Zwerg?
Buddelt nachher mein Kind freudig im Dreck,
ziehe ich es sofort von der Stelle weg.

Sonst sehe ich nachher noch mein Kind,
mit einem Fundstück, dem Schädel vom Rind.
Am besten, ich betoniere unseren Garten,
muß dann auf Überraschungen nie mehr warten.

©Ruth Strasser, 2016

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Neujahr

Auf Sylvester habe ich mich gefreut,
nun ist`s Neujahr zwanzig vor zehn.
Dieses wurde geboren heut`,
ich laß die Zeit reflektierend vergehn.

Das vergangene Jahr ist aus,
ein Neues hat gerade begonnen.
Bis jetzt schaut es ganz friedlich aus,
das Alte ist nur langsam zerronnen.

Etwas habe ich auch schon gemacht
und zwar eine große Kanne Kaffee.
Zuvor bin ich ganz lange aufgewacht,
und sitze hier, weil ich nicht steh.

Eine Wolke wohnt heute in meinem Hirn,
wenig Licht dringt durch die Synapsen.
Ich fasse mir müde an die olle Birn,
und höre sie stöhnen und japsen.

Ich wünsche allen ein gutes Jahr,
mit viel Herz und auch mit Kopf.
Alles, was gestern gewesen war,
ist morgen schon ein alter Zopf.

©Ruth Strasser, 2016


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Des arme Grischdkind
(St. Leoner Mundart)

En Weihnachde ischs meischdens schee,
vor allem doo bei uns in Sand Lee.
Hinner de Fenschder werd noch dekorierd,
dass mer vun inne raus ned sou arg frierd.

Mia hewwe jetzt schu midde Dezember,
ich bin sicher, dass i noch Geld verblember.
Vun de Emma brauch i noch ä Glonichkeit,
die verpack i un dann ischs bald sou waid.

Dann kanns Grischdkind vun mir aus kumme,
ich bin jetzt schun k.o. un heb Schedlbrumme.
Desmol griegts ausnohmsweis ebbes vun mir,
nemlich ä Tass Gliewei un ä Flasch Bier.

Vorher verrijel i d Fenschder und die Diere,
ich mach Faier äm Kamin, dass mer ned sou friere.
S Grischdkind muß durch de Schornschde kumme,
wenn`s des mecht, hewi d Weihnachtswett gwunne.

©Ruth Strasser, 2015

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Der Herbst

Dem Wetter ist`s egal, ob ich drinnen bleib,
und in meinem Haus Gedichte schreib.
Es ist ihm gleich, ob ich nach draußen geh`
und nach Ostereiern und Maiglöckchen seh.

Der Herbst, er kam auf leisen Sohlen,
er hat mir meinen Sommer gestohlen.
Eben noch zeigte das Thermometer an,
dass man am See FKK machen kann.

Drinnen im Haus ist es mollig warm,
meine Katze schnurrt auf meinem Arm.
Auch Sie bevorzugt den Aufenthalt
bei uns drinnen, denn draußen ist`s kalt.

©R.Strasser, 2015

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Der Schmetterling

Ein Schmetterling ließ sich auf einer Blume nieder,
doch diese sprach sogleich: "Komm ja nicht wieder“.
Ich möchte einen hübschen, mit bunten Kreisen
und keinen wildfremden auf abendlichen Reisen.

So erging es Ihm oft, bis er sich besann
und einfach an den Tagen zu fliegen begann.
Und nun schillernd bunt und groß geworden,
blühten ihm die Blumen zu in großen Horden.

©Ruth Strasser, 2013

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