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Ich weise aber aus gegebenem Anlass darauf hin, dass jeder Interessent sich vorab im Netz über
Druckkosten-Zuschuss-Verlage (DKZV) informieren sollte, die lediglich darauf abzielen, für viel Geld
die Träume mancher Jungautoren zu verwirklichen. Sie haben mit "echten" Verlagen nichts zu tun.


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 Törntipps
Beluga Offline

Fortgeschrittener User


Beiträge: 40

19.11.2010 18:18
Die Lahn - ein Skipperparadies mit Kindern Zitat · antworten

Es waren einmal zwei kleine Jungen. Sie waren richtige Wasserratten. In jeder freien Minute waren sie mit ihren Eltern mit einem kleinen Jollenkreuzer auf dem Wasser. Sie schipperten in den Altrhein, zogen den Rumpf des Bootes auf eine Insel oder ans Ufer, und die Jungs tobten an Land herum. Sie bauten Burgen, zogen Gräben in den Sand, stauten kleine Rinnsale und sammelten Treibholz für ein Lagerfeuer am Abend. Sie pullten oder segelten mit ihren Optimisten, und als sie größer wurden, sausten sie mit einem Außenborder am Heck durch das Ärmchen hinter der Insel. Die Zwerge handhabten ihre Boote geschickter als mancher Freizeitkapitän.
Unvorstellbar meinen Sie? Ich gebe zu, es war ein Rückblick in längst vergangene Zeiten. Doch wie ist es heute? Das Anlegen an Sandbänken oder am Uferstreifen ist verboten, viele Altarme von Flüssen dürfen nicht befahren werden, das Boot wird zum Gefängnis für Kinder. Allerdings, nicht überall!

Es gibt auch heute noch wunderbare kleine Flüsse, die sich Wassersportlern und ihren Kindern gegenüber sehr freundlich erweisen. Einer davon ist die Lahn.
Sie ist ein regelrechtes Eldorado für Wassersportler. Berufsschifffahrt gibt es nur in Form von einigen Ausflugsbooten, die von Bad Ems und Limburg zu geruhsamen Fahrten auf dem Fluss starten. An den Schleusen achten hilfreiche Schleusenmeister auf das problemlose Auf- oder Ab. Die Lahn ist das ideale Gewässer für Familienausflüge. Auf der Lahn ist jede Art von Fortbewegungsmittel erlaubt. Paddelboot, Floß, Tret- oder Elektroboot, aufblasbare Schwimmtiere und Badeboote, Yachten, Sportboote.
Die Lahn ist ein rechter Nebenfluss des Rheins. Hier wollen wir unser Abenteuer beginnen. Sie werden sehen, kaum sind Sie in den kleinen Fluss eingebogen, verwandelt sich ihr Boot auf eigentümliche Weise. Hoch oben am Mast weht eine schwarze Totenkopfflagge, aus dem Skipper wird der schreckliche Piraten-Kapitän Schwarzbart, die Mannschaft dürstet nach blutroten Eisbällchen.
Weniger als eine Meile, dann entert die Schwarzbart-Bande das „Bootshaus an der Lahn“ in Lahnstein. Hier kann der Smutje die Bordvorräte in dem Supermarkt oberhalb des Anlegers auffüllen. Oder soll es lieber ein Besuch des historischen „Wirtshaus an der Lahn“ sein? Danach kann die Seeräuber-Crew sich durch die Stadtmauern mit ihren Befestigungstürmen schleichen, die Hexe aus ihrem Turm auf dem Marktplatz befreien, oder eine der beiden Burgen erobern. Ganz mutige Piraten erklimmen den Rheinsteig und erforschen die unheimliche Rupertklamm, in der finstere Trolle und Wassergeister ihr Unwesen treiben. Beim Fahrrad-Verleih Burg & Bike führt ein eingeborener Spurensucher über Stock und Stein. Nach allen überstanden Gefahren geht’s dann ins Kulturzentrum mit Thermalbädern, Saunen und Solarien, um den letzten Angstschweiß los zu werden.
Doch ganz so lange darf man seinen Besuch in Lahnstein nicht ausdehnen, denn vor dem Piratenschiff liegen ja noch 60 spannende Kilometer, die erforscht werden wollen.
Fast überall an der Lahn ist es möglich am Ufer anzulegen, solange man nicht den Bootsverkehr behindert. Für diese Anlegemanöver muss der Kapitän vorgesorgt und lange Erdnägel dabei haben. Hat das Schiff etwas Tiefgang, wird eine Planke ausgefahren um Abstand zu halten. Gut, eine Leiter als Abstandshalter zum Ufer tut es notfalls auch.
Komfortabel sind Kutscher`s Marina oder die Anleger in der Stadt Bad Ems. Dieser Ort ist natürlich ein Muss auf jeder Lahnfahrt. Alleine die Ansicht des Kurhauses direkt am Fluss, das fast aussieht wie ein Schloss, ist einmalig. In einer so reichen Stadt können die Piraten jede Menge Beute machen.
Alten und jungen Seeräubern wird eine Fahrt mit der Kurwaldbahn und die Besichtigung der leider stillgelegten Malbergbahn sicher unvergessen bleiben. Vielleicht haben sie sogar Glück und der Robert-Kampe-Sprudel ist gut aufgelegt und schießt seine 57° heiße Fontäne 8 Meter die Höhe. Mitten durch Bad Ems verläuft ein Stück des römischen Limes. Vielleicht wollen die Piraten jetzt doch lieber römische Eroberer sein und auf dem wild-romantischen Felsenpfad die sagenumwobenen Heinzelmannhöhlen erforschen? Wer mag, stattet den Thermen einen Besuch ab, spielt eine Partie Minigolf, oder verzockt die Urlaubskasse im örtlichen Spielkasino.
Kennen Sie vielleicht den schiefen Turm von Pisa? Na, dann müssen sie unbedingt den schiefen Turm von Dausenau bewundern. Kleine Anlegestege geben Ihnen hierzu die Möglichkeit. Natürlich dürfen Sie den Besuch des „Altes Wirtshaus an der Lahn“ nicht versäumen. Essen wie bei Muttern ist hier angesagt.
„Es steht ein Wirtshaus an der Lahn, das steuern alle Schiffer an. Frau Wirtin sitzt am Feuer und jedem der dort anlegt spielt sie was auf der Leier.“
Es ist einen Besuch wert, denn die ganz kleinen Piraten finden hier einen Spielplatz direkt am Wasser und auf dem Parkplatz stehen dienstags und freitags Bäcker und Metzer mit ihren Wagen.

In Nassau haben Sie zwei Möglichkeiten anzulegen.
Wer einige Tage bleiben will, was durchaus zu empfehlen ist, legt beim Campingplatz “Auf der Au”, Tel. 02604-44 42, direkt neben dem Freibad an. Die Piraten können hier ihre Wasserfässer füllen, sich den Blitz nutzbar machen, einen Donnerbalken benutzen und, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, unter einem Wasserfall die Haut schrubben, bis sie ganz dünn ist. Zwischen der Eisenbahn- und der Straßenbrücke kann man direkt am Ufer andocken. Hier liegt man ohne Versorgung. Die Kids erreichen das Freibad von diesem Anlegeplatz aus in nur wenigen Gehminuten.
Richtige „Nassauer“ lebten nur von 1817 bis 1892 in… Göttingen. Zu jener Zeit hatte das Herzogtum Nassau keine eigene Landesuniversität und daher die Uni Göttingen zu selbiger erklärt. Da es damals viele arme Studenten gab, stiftete Herzog Wilhelm einen Freitisch für seine Landeskinder. Aber nicht nur Studenten aus dem Herzogtum Nassau hatten einen hungrigen Magen. Andere gaben sich als Nassauer aus und genossen unverdienterweise eine kostenlose Mahlzeit. Nassauer eben.
Spannend sind die Nassauer Funzelführungen. Abendliche Stadtführungen, bei der die Teilnehmer mit kleinen Laternen auf lebendige Weise die Stadt kennenlernen. Die Touristinformation „Nassauer Land“ erreicht man unter Tel. 02604-92250.

Die Mini-Piraten werden sich sicher gerne im Eiscafé „Fontanelle“ stärken, bevor sie den kurzen Fußmarsch auf die Burg Nassau in Angriff nehmen. Für die Erwachsenen hat Nassau einige gute Restaurants zu bieten. Gut und reichhaltig kann man zum Beispiel im Gasthaus “Zum Stern” essen.
Ausgedehnte gut markierte Wanderwege stehen auf beiden Seiten der Lahn
ausreichend zur Verfügung. In etwa 10 km Entfernung gibt es einen sehr schönen Wildpark, und so ist es fast Pflicht, Drahtesel mit an Bord zu haben. Wer dafür zu wenig Platz hat,
findet in fast jedem Ort einen Verleih. Entlang der Lahn sind hervorragend ausgeschilderte Radtouren möglich. Eine Tour mit dem Drahtesel von Nassau über den Lahn-Höhen-Weg bis zur Schleuse Hollerich dauert etwa 2 – 3 Stunden. Man überquert die Lahn über das Wehr und fährt auf der anderen Lahnseite wieder zurück.
Von jeder Stadt an der Lahn aus könnte man seine Räder in den Zug verladen, nach Wetzlar oder Gießen fahren und zurück meist am Lahn-Ufer entlang radeln.

Ist der Piraten-Kapitän ein Weinliebhaber, wird er sicher eine Rast in Oberndorf einlegen. Es ist die einzige am Lahnufer gelegene Gemeinde mit Weinanbau.

Wer jetzt einen Ruhetag einschieben muss, um wunde Hinterteile oder Blasen an den Füßen zu versorgen, macht oberhalb der Schleuse Scheidt fest. Hier liegt man absolut ruhig am Treidelpfad. Die nächste Ortschaft Geilnau ist etwa 2 km flussaufwärts. Ein wunderbarer Platz für ein ausgedehntes Grillfest. In der Dämmerung kommen Rehe aus dem Wal und in der Nacht hört man den unheimlichen Ruf der Eulen. Ob sie einen Piratenschatz bewachen? Nehmen Sie sich Zeit für kleine Wunder. Der seltene Schmetterling, der jubilierende Vogel, der merkwürdigerweise nicht vom Ast fällt, der Fisch, der in der Dämmerung nach einer Mücke schnappt. Auf einer Wiese zu sitzen und den Ameisen und Käfern zuzuschauen kann zu einem abenteuerlichen Erlebnis werden, wenn Sie eines draus machen.
Oberhalb der Schleuse Cramberg gibt es ebenfalls direkt am Ufer gute und ruhige Übernachtungsmöglichkeiten, mit sehr viel Auslauf für die Piraten-Crew. Natürlich muss man in Balduinstein die Burgruine Balduinstein und die Schaumburg besichtigen. In diesem Märchenschloss lebt sicher eine Prinzessin, die es zu erretten gilt. Und die ganz Kleinen finden sofort den Spielplatz und gegenüber den Kiosk mit dem leckeren Eis.

Nur fünf Kilometer weiter, bei km 85,5, kann man an der Spundwand einer ehemaligen Verladestation anlegen und den kleinen Badesee hinter dem Uferweg erobern.

Nach einem kurzen Halt in Diez, um vielleicht bei schlechtem Wetter im Hallenbad einen weißen Hai zu bekämpfen, kommen die Fluss-Piraten zu einer 1.100 Jahre alten Siedlung, deren Bewohnern es im 14.Jahrhundert gelang den Raubritter Friedrich von Hattenstein zu bekehren die Pfeffersäcke nicht mehr auszunehmen. Sie machten ihn zu ihrem Stadthauptmann. Er steht heute versteinert mitten in der Stadt auf einem Platz genannt Plötze. Die Piraten haben Limburg erreicht. Nur ein paar Schritte am Ufer entlang, klappert das Mühlrad am rauschenden Lahn-Bach bei der Mühlenschenke mit gemütlichem Biergarten. Während sich Käpten Schwarzbart und der Smutje laben, kann die Mannschaft ihr Geschick auf dem Spielplatz beweisen. Tretboote und schwimmende Donats, in denen man super toll grillen kann, pflügen durch das ruhig dahin fließende Gewässer. Manch kleiner Pirat wird ein paar schnelle Runden auf der Go-Kart-Bahn bevorzugen, oder, wenn das Wetter sich mal nicht erinnert, dass Urlaubszeit ist, verbringt die ganze Mannschaft einen Tag in der „Foxbox“, bei Spiel, Sport und viel Spaß. Das Angebot reicht vom sonntäglichen Frühstück, über eine fantastische und actionreiche Spielwelt, spitzenklasse Fußballfelder, Spaß-Golfen, Klettern, und, und, und. Lustig ist es auch in einem der beiden Schwimmbäder, oder im Wildgehege in Dietkirchen.
Im Mai ist Frühlingsfest in Limburg und Kindertag in der Altstadt. Im Juni finden Altstadtfest, Markt der Nationen und Skaterfest statt, im Juli die Rheingauer Weintage und die „summergames“, im August gibt es einen Kunsthandwerkermarkt und im September ist die ganze Altstadt ein riesiger Trödelmarkt. www.cityring-limburg.de . Keinem sollte hier langweilig werden. Wenn doch, dann hilft nur eine Schnitzeljagd zu dem Haus in dem der Schinderhannes, der Räuberhauptmann des Hunsrücks, gefangen gehalten wurde.
Kurz hinter Limburg endet das für Yachten befahrbare Stück der Lahn.
Die Piraten-Crew wird zu guter Letzt den Lindwurm entern, der sich schnaufend und ächzend am Fluss entlang durch die Landschaft windet, um ihn erst in Wetzlar oder Gießen wieder verlassen. Hier kann sie sich einiger kleiner Boote bemächtigen, in denen sie mit purer Muskelkraft durch Wildnis, urige Stromschnellen und dunkle Wurmlöcher wieder zurück zum Piratenboot paddelt. Ein tolles Erlebnis.
Stolze Schlösser und Burgen, eindrucksvolle Kirchen, Klöster und Dome legen Zeugnis ab von der Kultur des Lahntals. Liebenswerte Altstädte mit malerischen Fachwerkhäusern erzählen von der Geschäftigkeit längst vergangener Zeiten. Die Piraten werden traurig sein, wenn sie die Lahn verlassen müssen, das Piratenboot wieder zu einem Sportboot wird, Kapitän Schwarzbart zum Skipper, der Smutje zu Mama und die ganze Piraten-Schar? Sie sind und bleiben Moses, Kadett, Schiffsjunge, manch einer vielleicht sogar 1. Offizier.
Literatur:
Die Lahn ISBN 978-3-924823-14-6 Wolfgang Banzhaf www.Verlag-rheinschiffahrt.de
Die Mosel (mit Lahn) ISBN978-3-89225-500-0 Manfred Fenzl –Edition Maritim

Viele Grüße
Doris
http://www.wassersport-kinder.de

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