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Petrus' Bücherladen

Leider habe ich keinen Einfluss auf die am rechten Bildrand eingeblendete Google-Werbung.
Ich weise aber aus gegebenem Anlass darauf hin, dass jeder Interessent sich vorab im Netz über
Druckkosten-Zuschuss-Verlage (DKZV) informieren sollte, die lediglich darauf abzielen, für viel Geld
die Träume mancher Jungautoren zu verwirklichen. Sie haben mit "echten" Verlagen nichts zu tun.


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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 251 mal aufgerufen
 OFFTOPIC
DODI-Skipper Offline

Admin


Beiträge: 328

22.06.2011 10:14
Die Melitta-Pleite Zitat · antworten

Ihr werdet es nicht glauben, was mir passierte:

Vor ein paar Wochen hat unsere gute, alte Rowenta-Kaffeemaschine ihren Geist ausgehaucht. Okay, sie hatte ihr Alter, und nun soll sie in Frieden ruhen. Ab mit ihr ins Recycling. Ersatz musste her. Besuch in diversen Einkaufsmärkten und Elektroläden. Frauchen schoss sich auf eine Melitta LOOK DE LUXE ein, ein optisch schönes Gerät mit einer Warmhaltekanne. Ich war skeptisch, kannte ich das Gerät von einem Vorgängermodell her und hatte es bereits als untauglich eingestuft. Schmollmund, Fußaufstampfen, der Verkäufer verzog sich in Erwartung eines offensichtlich größeren Meinungsaustausches in die hinterste Ladenecke.

Seufz! Na gut, sollte sie ihren Willen haben.
"Aber reklamieren tust du!", beharrte ich, und sah in ihre strahlenden Augen.
Abgrundtiefseufz!

Das Gerät wurde gekauft und in Betrieb genommen. Nach dem 5. Kaffeedurchlauf konnte man das Zeug sogar trinken. Kunststück, wir trinken nur Melitta Auslese. Das sollte doch zusammen passen!
An dieser Stelle sollte ich vielleicht einmal kurz aufzeigen, wie unser Kaffeetrinkerverhalten bis dahin aussah. Mein holdes Weib steht morgens gegen 05.00 Uhr auf und kocht die Kanne voll. Ein lauwarmer, verbliebener Rest vom Vortag wird von ihr getrunken, da sie in der morgendlichen Eile keinen heißen Kaffee will. Gegen 07.00 stehe ich auf, und freue mich auf einen heißen Morgenkaffee. Die Kanne ist ja voll und das belebende Getränk will genutzt sein. Danach kann ich dann die Augen öffnen und den neuen Tag begrüßen. Vom verbleibenden Rest trank meine Frau am Nachmittag noch ein Tässchen, es hatte dann gerade Trinktemperatur und man sparte sich das Pusten.

Nun wurde alles anders. Frauchen bekam alten, eiskalten Kaffee, was ihr nicht behagte. Ein wenig Temperatur hätte er schon noch haben dürfen, der Kaffee vom Vortag. Auch mir schmeckte die Brühe nicht, die ich morgens in mäßiger Trinktemperatur zu mir nehmen sollte. Mittags war es nur noch eine lauwarme Plörre und nachmittags hatte er nur noch Zimmertemperatur. - Da stimmte doch was nicht.

Reklamation beim Hersteller.
"Oh, das könnte an einem defekten Deckel liegen!", mutmaßte die freundliche Bearbeiterin und schickte mir postwendend einen neuen, schicken weißen Deckel zu. Oh Freude, wir haben eine schwarze Kanne.
"Das kann passieren, wir schicken ihnen einen schwarzen, den weißen können sie als Ersatz behalten."
Ich liebe kompetentes, freundliches und zuverlässiges Personal. Ich war begeistert.
Der schwarze Deckel kam wiederum postwendend.- Waaahnsinn!

Wir probierten den weißen Deckel und den schwarzen Dewckel. An der Temperatur des Kaffees änderte sich nichts. Kalte Plörre. Ich besah mir mit allem meinem technischen Verstand die Kanne. Ein solide und griffig gearbeitetes Stück ohne Fehler. An ihr konnte es nicht liegen. Ich nahm mir den Deckel vor. Jeder Mensch, der in der Schule im Fach Physik ein wenig aufgepasst hat, weiß, dass Isolierkannen den Inhalt gut auf Temperatur halten, wenn eben dieser Inhalt so gut es geht von der Aussenwelt abgeschlossen wird und von einem isolierenden Medium (Luft) umgeben ist. So wies der Deckel denn auch wirklich einen eleganten Dichtring auf, der alle Undichtigkeit zwischen sich und der Kanne verhinderte. In den Deckel hatte man einen aufwendigen Mechanismus eingebaut, der dafür sorgte, dass sich beim Drücken eines kleinen Hebels hinten am vorderen Ende die Ausgießöffnung bereitwilligte öffnete und sich der Kaffee dem Gefäß entnehmen ließ. Beim Loslassen des Hebels verschloss sich die wiederum mit einer speziellen Dichtung versehene Öffnung hermetisch.

Ich war begeistert. Alles wohldurchdacht und sauber konstruiert!
Aber, wie kam der Kaffee in die Kanne? Ich tastete den unteren Teil des Kaffeefilters ab. Nichts, eine ganz normale Öffnung, die man aber durch einen ebenfalls wohldurchdachten Mechanismus dazu bewegen konnte, den durchgezogenen Kaffee schneller oder langsamer aus dem Filter auslaufen zu lassen, um seine Qualität noch zu steigern.
Okay?! Aber wie kam der Kaffee in die Kanne? Der Deckel wies eine leicht trichterartige Mulde auf, in die der Kaffee hineinfloss. Dann verschwand er unter einer halbkreisförmigen Abdeckung. Ich erkannte, dass man sie abnehmen konnte und tat es.

Ich...., ja, wie eigentlich...., ich muss zugeben, mir fehlen die Worte um meine Überraschung zu beschreiben. Belustigung wechselte mit tiefer Trauer, Wut mit ungläubigem Staunen. Im Deckel unter der Abdeckung fand ich ein Loch von ungerfähr einem Zentimeter Durchmesser, unverschlossen, offen, durch das der Kaffee ungehindert in die Isolierkanne gelangen und die Wärme ebenso ungehindert aus ihr heraus gelangen konnte. Mir fielen kurz die Worte der Kundenbetreuerin ein: " ...defekter Deckel ...!"

Konstruktionsfehler würde ich es nennen. Unfassbar, was deutsche Ingenieurskunst zu vermurksen vermag. Der ganze Aufwand, um den Deckel hermetisch abschließen zu lassen, für die Katz. Ein Loch im Deckel einer Isolierkanne!

Unfassbar! - Noch habe ich mich nicht bei der Firma beschwert, ich warte noch ein wenig, bis die Ingenieure den Laden komplett runtergewirtschaftet haben. Dann schlage ich zu und übernehme Melitta für nen Appel und 'n Ei. Und dann rollen Köpfe!

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Segle wohin der Wind Dich weht, und geh vor Anker wo es Dir gefällt.
DODI-Skipper Claus

Petrusautor Offline

Admin


Beiträge: 8.842

11.09.2012 13:50
#2 RE: Die Melitta-Pleite Zitat · antworten

Mittlerweile habe ich mich beschwert. Es erfolgte ein sehr ausführlicher, aber in letzter Konsequenz extrem unbefriedigender Schriftwechsel mit Melitta. In dessen Verlauf wuchs mein Erstaunen in die Fähigkeit der Marketing-Leute, den größten Blödsinn als "kundenfreundlich" anzupreisen.
Merke:
Dem Wunsch nach heißem Kaffee setzt Melitta ganz knallhart das Argument entgegen, dass Leute mit derartigen Wünschen über keinen Geschmack und wenig Verstand verfügen. Sonst wüssten sie, dass der ausgezeichnete Melitta-Kaffee nach einer Warmhaltezeit von 2 Stunden an Geschmack einbüße, und es dringend erforderlich sei, eventuelle Reste sofort in den Ausguss zu schütten und neuen Kaffee zu brühen. So lange garantiere man aber, wenn auch keinen heißen, dann zumindest doch einen Kaffee mit Trinktemperatur. Als ich dazu "lauwarme Brühe" sagte, meinte man, das wäre doch Ansichtssache. Eine weitere Reklamation wäre also unnötig, da die Maschine genau so ist, wie man sie erdacht und geplant hatte. (Mit eingebauter Absatzförderung der Melitta-Kaffee-Produkte - was man aber wohlweislich nicht laut aussprach.)

Ich nenne das Kunden-Verarsche. Werde mich nach einer neuen Maschine und einem anderen Kaffee umsehen.
Bravo, Melitta. Gute gemacht!

-------------------------------
Allen eine Handbreit Sonne zwischen den Wolken.
Petrusautor Claus

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